31.01.2012

Winter-Flaute: Arbeitslosenzahl steigt auf 3,082 Millionen

Heute werden die Arbeitslosenzahlen bekannt gegeben. Foto: Bernd Wüstneck/Archiv
Heute werden die Arbeitslosenzahlen bekannt gegeben. Foto: Bernd Wüstneck/Archiv
Nürnberg –  

Im Januar 2012 sind rund 300.000 Menschen mehr auf Jobsuche. Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland steigt damit auf 3,082 Millionen.

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Januar um 302.000 auf 3,082 Millionen gestiegen. Das waren 264.000 weniger als vor einem Jahr, wie die Bundesagentur für Arbeit mitteilte. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,7 Punkte auf 7,3 Prozent. Vor einem Jahr hatte sie bei 7,9 Prozent gelegen.

Der Vorstandschef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, sagte: "Die Arbeitsmarktentwicklung im Januar knüpft an die gute Entwicklung des letzten Jahres an. Der aktuelle Anstieg der Arbeitslosigkeit hat rein jahreszeitliche Gründe. Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung haben weiter deutlich zugenommen, und die Nachfrage nach Arbeitskräften liegt auf hohem Niveau."

Die nach wie vor robuste Lage am Arbeitsmarkt wird an saisonbereinigten Daten deutlich: Bereinigt um saisonale Faktoren sank die Arbeitslosenzahl um 34.000 auf 2,849 Millionen. Von dpa-AFX befragte Experten hatten mit einem deutlich schwächeren Rückgang um 15.000 Personen gerechnet.

Im Westen sank die um jahreszeitliche Einflüsse bereinigte Erwerbslosenzahl im Vergleich zum Vormonat um 19.000, im Osten um 15.000.

„Die Botschaft lautet: Am Arbeitsmarkt geht noch was. Wenn zum Vormonat saisonbereinigt 34.000 Menschen aus der Erwerbslosenstatistik verschwunden sind, ist das schon beachtlich. Diese guten Werte kann man jedoch nicht in die Zukunft fortschreiben. Leichte Rückgänge bei den saisonbereinigten Zahlen wären in den nächsten Monaten schon ein Erfolg. Der Arbeitsmarkt stößt irgendwann an natürliche Grenzen. Wir sind schon weit fortgeschritten. Wir erwarten im Jahresdurchschnitt 2012 insgesamt 2,9 Millionen Arbeitslose“, sagt Volkswirt Andreas Scheuerle von der Dekabank.

Bei der BHF Bank rechnet Uwe Angenendt nicht mit einem weiteren Abbau der Arbeitslosigkeit: „Die Zahlen sind deutlich günstiger als erwartet. Diese Daten spiegeln wider, dass die Binnennachfrage recht stabil ist. Für den Arbeitsmarkt rechnen wir bei einer derzeit stagnierenden Wirtschaft mit einer Seitwärtsbewegung. Der kräftige Abbau der Arbeitslosigkeit gehört der Vergangenheit an.“

JÖRG ZEUNER, VP BANK:

Jörg Zeuner von der VP Bank rechnet mit Zurückhaltung im Inland: „Die Auftragsbücher füllen sich deutlich langsamer, und die Vorlaufindikatoren hinterlassen ein gemischtes Bild. Am Arbeitsmarkt geht die langsame Entspannung aber unvermindert weiter. Die Arbeitslosenrate verharrt auf dem tiefsten Niveau seit der Wiedervereinigung. Der Abschwung in Europa wird aber auch Deutschlands Arbeitsmarkt bald erreichen. Die nachlassende Auslandsnachfrage, aber auch die Zurückhaltung im Inland wird sich zunehmend in den Arbeitsmarktzahlen niederschlagen.“ (dpa/rtr)

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