Nun sollen sie also gezügelt werden, die Finanzmärkte. Die Bundesregierung lädt zu einer Regulations-Konferenz in Berlin. Kanzlerin Angela Merkel hat die Spekulanten als "Gegner" ausgemacht, Schwedens Finanzminister nennt sie ein "Wolfsrudel" - und dieses Bild stellt die Lage treffend dar. Denn die Politik scheint sich, trotz aller starken Rhetorik, eher vor den Märkten zu fürchten. Bislang treiben die Märkte die Politiker vor sich her. Nicht umgekehrt. Es gab einmal die Idee einer Welt, in der die Wölfe wachsame Haushunde sind. In dieser Welt gibt die Bank den Unternehmen und Staaten Kredit, finanziert so deren Wachstum vor, an dem sie per Zins mitverdienen darf, darüber selber wachsen und mehr Kredit vergeben kann. Das hat mit der Realität nichts zu tun. Heute sind die Finanzmärkte nicht Dienstleister für den Rest der Wirtschaft, sondern sie sind deren strenge Meister, die Antreiber, Herrscher über Unternehmen und Regierungen. Ihr Geld ist ihre Macht. Denn alle werben um das Geld der Märkte und ordnen sich daher deren Forderungen unter. Eine Zeit lang hieß es, das sei gut so. Denn die Finanzmärkte seien die vierte Gewalt im Staate, die durch ihr strenges Regime Sparsamkeit, Wettbewerbsfähigkeit und überhaupt die effiziente Verwendung des Geldes befördere. Gerade die "Gier" der Investoren nach Vermehrung ihres Geldes führe zu einem allseitigen Wachstum und Stabilität. In der Theorie ist man heute weiter. Spätestens seit der jüngsten Finanzkrise weiß man: Die Finanzmärkte sind keine unbestechliche Instanz, die Staaten und Unternehmen korrekt bewertet, die Risiken vernünftig kalkuliert und entsprechend Kredit verteilt. Gerade das Motiv der Finanzinvestoren - Geld verdienen, und zwar möglichst viel - mündet in Herdentrieb, absurden Kurs-Ausschlägen und Fehlbewertungen. Da fällt eine Aktie oder eine Staatsanleihe, weil der Markt ihr nicht mehr "vertraut", was nur heißt, dass die Investoren damit rechnen, dass alle anderen Investoren auf Absturz spekulieren. Der Herdentrieb ist nicht die Folge irrationalen Verhaltens der Börse, sondern ihr Funktionsprinzip. Das macht die Märkte unberechenbar und Krisen stets möglich. So weit die Theorie. Praktisch aber ist bislang wenig geschehen, um die Märkte zu bändigen. Es gibt viele Vorschläge, die alle gut sind: Stärkung der Risikopuffer für Banken, höherer Selbstbehalt bei Risikogeschäften, Trennung des Spekulations- vom normalen Kreditgeschäft und so weiter. Bei jedem Regulierungsvorschlag werden jedoch sofort Bedenken laut: Das könnte die "Liquidität der Märkte" beeinträchtigen, sprich: den Banken Geschäfte vermiesen. Dies jedoch ist nicht das Problem, sondern sollte das Ziel sein. Denn die Finanzsphäre muss nicht nur stabiler werden - damit sie dann so weitermacht wie bisher. Sie muss schrumpfen. Nur dadurch verliert sie an Gefährlichkeit. Daher ist es richtig, Leerverkäufe und Wetten auf Staatspleiten zu verbieten, eine Finanztransaktionssteuer oder Limits für bestimmte Geschäfte einzuführen. Zweitens darf die Realwirtschaft nicht länger Anhängsel des spekulativen Apparats sein. Allein das Nominalvolumen von Derivaten beträgt derzeit etwa 600 Billionen Dollar, das globale Bruttoinlandsprodukt (BIP) nur ein Zehntel davon. Das an den Märkten herumfliegende Geld muss wieder dem Wachstum von Produktion und Dienstleistungen dienen, und nicht das BIP-Wachstum der Spekulation als Nahrung. Es kann nicht sein, dass Banken Milliarden an den Börsen verdienen und Unternehmen gleichzeitig darüber klagen, dass sie keine Kredite bekommen. Das jedoch wird so bleiben, solange sich Unternehmen als Anlagesphäre vergleichen müssen mit Derivaten, die volkswirtschaftlich zwar total sinnlos sind, die den Banken aber in kürzester Zeit dreistellige Renditen versprechen. Um die Märkte zu schrumpfen und zu refunktionalisieren, müssen die großen Staaten kooperieren. In den meisten Fällen würde es schon reichen, wenn die USA und die EU sich einig wären. In anderen Fällen - zum Beispiel bei den Eigenkapitalanforderungen an Banken - könnte die EU auch alleine tätig werden. Letztlich aber ist heute jeder Markt Weltmarkt, der Finanzmarkt ohnehin. Seine Krisen können nicht lokal begrenzt werden. Daher braucht es länderübergreifende Gesetze, damit das äußerst mobile Finanzkapital nicht zum Zwecke der "Regulierungsarbitrage" in andere Weltgegenden flüchten kann. Noch basiert die Macht der Märkte auf der Uneinigkeit der Staaten. Nur gemeinsam können sie das Wolfsrudel vor ihren Schlitten spannen. ------------------------------ Foto: Der Herdentrieb ist nicht die Folge irrationalen Verhaltens der Börse, sondern ihr Funktionsprinzip. Das macht die Märkte unberechenbar und Krisen stets möglich.

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| Mannschaft | Tore | Punkte | |||
| 1 | Borussia Dortmund | 80:25 | 81 | ||
| 2 | Bayern München | 77:22 | 73 | ||
| 3 | FC Schalke 04 | 74:44 | 64 | ||
| 4 | B. Mönchengladbach | 49:24 | 60 | ||
| 5 | Bayer Leverkusen | 52:44 | 54 | ||
| 6 | VfB Stuttgart | 63:46 | 53 | ||
| 7 | Hannover 96 | 41:45 | 48 | ||
| 8 | VfL Wolfsburg | 47:60 | 44 | ||
| 9 | Werder Bremen | 49:58 | 42 | ||
| 10 | 1. FC Nürnberg | 38:49 | 42 | ||
| 11 | 1899 Hoffenheim | 41:47 | 41 | ||
| 12 | SC Freiburg | 45:61 | 40 | ||
| 13 | 1. FSV Mainz 05 | 47:51 | 39 | ||
| 14 | FC Augsburg | 36:49 | 38 | ||
| 15 | Hamburger SV | 35:57 | 36 | ||
| 16 | Hertha BSC Berlin | 38:64 | 31 | ||
| 17 | 1. FC Köln | 39:75 | 30 | ||
| 18 | 1. FC Kaiserslautern | 24:54 | 23 | ||