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Forscher fanden Erklärung für "Pokemon"-Epilepsie: Zu schnelle Bildfolgen

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Es war ein verwirrendes Blitzlicht-Gewitter: 54-mal in einer Sekunde wechselten die Farben zwischen blau, rot und grün. Zu viel für einige Kinder, die vor dem Fernseher saßen. Mit Krämpfen, Sehstörungen und epileptischen Anfällen wurden vor drei Jahren in Japan mehrere Hundert Kinder in die Klinik eingeliefert. Sie hatten nichts anderes getan, als vorm Fernseher zu sitzen und sich die Zeichentrickserie "Pokemon" anzuschauen. Konkret: eine flackernde Kampfszene, in der ein Computer-Virus vernichtet wurde. Wissenschaftler von der Universität Pisa glauben nun entschlüsselt zu haben, warum die Kinder einen TV-Flush erlitten. Die Kleinen leiden an fotosensitiver Epilepsie, berichten die Forscher in der März-Ausgabe des Wissenschaftsmagazins "Neuroscience". Unter 1 000 Kindern leiden etwa fünf an dieser Krankheit, ihr Gehirn reagiert besonders sensibel auf Farkontraste, fanden die italienischen Forscher heraus. Bei extrem schnellen Bildfolgen versagt bei den Kindern ein Mechanismus, der das Gehirn eigentlich vor Reizüberflutung schützen soll. Die Forscher schlagen daher vor, Comic-Zeichner sollten auf rasante Bild-Abfolgen verzichten. Den Siegeszug von "Pokemon" jedenfalls konnte der Vorfall in Japan nicht stoppen. Die Sendung, gedreht nach einem Videospiel von Nintendo, ist weltweit Kult. Und ein finanzieller Erfolg. Allein in Japan sind rund 1 500 Merchandising Produkte im Angebot vom Plüschtier bis zum Schlüsselanhänger.

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