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Gesundheitsverwaltung plant Geldbuße bei Mißbrauch: Kündigung: Händler zahlte Bargeld an Chipkarten-Nutzer

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Ein Einzelhändler ist jetzt vom Chipkarten-Verkauf an Asylbewerber ausgeschlossen worden, weil er nach Ansicht des Kartenbetreibers "Infratest" Bargeld ausgezahlt hat. "Wir haben den Mißbrauch anhand auffälliger Transaktionen dokumentiert", sagte am Montag Infracard-Geschäftsführer Marc Lützen. Der Einzelhändler hatte in etwa 20 Fällen hohe Summen von Chipkarten abgerechnet, ohne anhand seiner Buchführung nachweisen zu können, daß er entsprechend viele Waren abgegeben hatte. In den ersten drei Wochen nach Einführung der Chipkarte hatte er über 10 000 Mark Umsatz beim Verkauf an Asylbewerber gemacht, berichtete der Sprecher der Gesundheitsverwaltung Christoph Abele. Der Ausschluß bedeute für den Händler deshalb einen spürbaren Umsatzeinbruch. Dies solle andere Händler davon abhalten, Asylbewerbern ebenfalls Bargeld auszuzahlen. Offenbar hatte der Händler Geld von der Karte abgebucht und dieses den Kunden ausgezahlt, nachdem er eine "Provision" von bis zu 15 Prozent einbehalten hatte. Um diese Art Mißbrauch in Zukunft zu verhindern, will die Gesundheitsverwaltung eine Klausel in die Verträge zwischen "Infracard" und Händlern aufnehmen, die eine Geldbuße bei Vertragsbruch vorsieht. Rund 2 000 Berliner Asylbewerber bekommen, so Lützen, die Sozialhilfe zu großen Teilen nicht mehr bar ausgehändigt. Sie können mit einer Chipkarte in 50 verschiedenen Geschäften einkaufen. Die Läden erhalten das Geld anschließend vom Landesamt für soziale Aufgaben erstattet.

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