Jetzt reicht es aber wirklich, Charles!", dürfte so mancher von Darwins Zeitgenossen kopfschüttelnd gedacht haben. Mit seinem vor 150 Jahren erschienenen Werk über die Entstehung der Arten hatte der Vater der Evolutionstheorie ja eigentlich schon genügend Staub aufgewirbelt. Doch dann fing er auch noch an, am Selbstbild seiner eigenen Spezies zu kratzen. So machte er 1872 wieder einmal Furore, als er ein Buch namens "Der Ausdruck der Gemütsbewegungen bei dem Menschen und den Tieren" veröffentlichte. Bis dahin hatte sich die Menschheit einiges auf ihre scheinbar einzigartige Gefühlswelt eingebildet. Und jetzt sollten plötzlich auch Tiere Emotionen besitzen? Gemeinsame Vorfahren sollten Menschen und Tieren die Fähigkeit vererbt haben, Wut, Freude oder Trauer zu zeigen? Zu Darwins Zeiten klang das verdächtig nach einem Hirngespinst. Heute finden Wissenschaftler allerdings mehr und mehr Beweise dafür, dass Emotionen tatsächlich eine Evolutionsgeschichte haben. Elke Zimmermann und ihre Kollegen vom Institut für Zoologie der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover sind seit mehr als zehn Jahren den Geheimnissen des Lachens auf der Spur. "Es gibt keinen Zweifel mehr daran, dass auch Menschenaffen lachen können", sagt die Forscherin. Ihre ehemalige Doktorandin Marina Davila Ross, die nun an der University of Portsmouth in Großbritannien arbeitet, ist nicht umsonst jahrelang von Zoo zu Zoo gereist, um Affenkinder zu beobachten. Denn die zeigen beim Spielen immer wieder Verhaltensweisen, die verblüffend an menschliche Heiterkeitsausbrüche erinnern. So gibt es zwei ziemlich sichere Methoden, um ein Menschen-Baby zum Lachen zu bringen: Entweder man lacht es selbst an oder man kitzelt es an den Fußsohlen oder unter den Achseln. Beide Tricks kennen Menschenaffen auch. So ziehen spielende Orang-Utans ziehen oft die Mundwinkel zurück und entblößen dabei die Zahnreihen. "Oft dauert es dann nur eine Sekunde, bis ihre Gefährten das gleiche Spielgesicht machen", sagt Elke Zimmermann. Diese Mimik sieht also nicht nur ähnlich aus wie ein Lachen, sie ist für Artgenossen auch genauso ansteckend. Damit nicht genug: Unter Schimpansenkindern gehört es zu den beliebtesten Spielen, einen Artgenossen kräftig durchzukitzeln. Das "Opfer" zeigt dabei nicht nur sein Spielgesicht, sondern macht auch kichernde Geräusche. Dieses hörbare Gelächter faszinierte Marina Davila Ross, Elke Zimmermann und ihren US-amerikanischen Kollegen Michael Owren. Können das alle Menschenaffen? Und: Lachen die einzelnen Arten unterschiedlich? Um das herauszufinden, brauchten die Forscher Tonaufnahmen der jeweiligen Laute. Der Plan sah vor, Affenkinder gezielt zu kitzeln und ihre Reaktion aufzuzeichnen. Allerdings lässt das keine Affenmutter freiwillig zu. "Wir konnten deshalb nur von Hand aufgezogene Zootiere mit menschlichen Bezugspersonen untersuchen", sagt Elke Zimmermann. Insgesamt 21 junge Schimpansen, Bonobos, Gorillas und Orang-Utans sowie drei Menschenkinder lieferten schließlich mehr als 800 Hörproben. Und auf allen war deutliches Gelächter zu hören. Mithilfe einer sogenannten Computerspektrografie analysierten die Forscher Frequenz, Tempo, Rhythmus und andere physikalische Eigenschaften der aufgezeichneten Schallwellen. So entstanden akustische Fingerabdrücke des Gelächters, die sich dann mit einer speziellen Software vergleichen ließen. Mit ganz ähnlichen Rechenverfahren werteten Molekularbiologen schon vor einigen Jahren die Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Erbgut der verschiedenen Menschenaffenarten aus und fanden so mehr über deren Verwandtschaftsverhältnisse heraus. Bonobos und Schimpansen trennten sich demnach erst vor etwa sechs Millionen Jahren von der Entwicklungslinie des Menschen und sind damit seine nächsten lebenden Verwandten. Orang-Utans dagegen gehen schon seit zwölf bis 14 Millionen Jahren eigene Wege. Als Zimmermann und ihre Kollegen nun akustische statt der genetischen Daten einspeisten, spuckte der Computer einen ähnlichen Stammbaum aus: "Die Ähnlichkeiten in den Lauten spiegeln exakt die Verwandtschaftsverhältnisse zwischen den vier untersuchten Arten und dem Menschen wider", sagt die Forscherin. Das eher hechelnde Orang-Lachen unterscheidet sich demnach am stärksten von menschlichen Heiterkeitsausbrüchen. Ein gekitzeltes Bonobo-Kind dagegen hat zumindest schon einzelne Elemente im Repertoire, die an ein typisches melodisches Menschenlachen erinnern. Ihr grundsätzliches Faible für Gelächter aber haben alle Menschenaffen und Menschen wohl schon vor Jahrmillionen von ihrem gemeinsamen Vorfahren geerbt. Vielleicht ist es sogar noch viel älter. Es gibt nämlich Hinweise darauf, dass auch weniger hoch entwickelte Affen wie etwa Makaken beim Spielen kichern. Lachen scheint also eine Fähigkeit zu sein, die sich im Laufe der Evolution bewährt hat. Nur wozu dient sie eigentlich? "Es geht offenbar darum, das Spielverhalten zu fördern"; sagt Zimmermann. So dauern die Spiele von kleinen Orang-Utans deutlich länger, wenn die Beteiligten zwischendurch ihr breit lächelndes Spielgesicht zeigen. Allein die Mimik signalisiere schon: "Ich bin in Spiellaune, mach doch mit!" Das zusätzliche lautstarke Gekicher könnte dabei helfen, Spielgefährten aus weiterer Entfernung anzulocken. Wer mehr lacht, kommt also besser ins Spiel. Und das kann ein entscheidender Vorteil sein. Denn beim gemeinsamen Rennen, Klettern und Balgen trainieren Affenkinder nicht nur ihre Geschicklichkeit und Körperkraft, sondern auch den richtigen Umgang mit Artgenossen. Je mehr sie spielen, desto mehr lernen sie also. Lachen steigert demnach die Bildungschancen. Ob die Tiere mit ihrem Gekicher auch noch andere Zwecke verfolgen, weiß bisher niemand so genau. Klar scheint aber, dass sie es bei weitem nicht so vielseitig nutzen wie der Mensch. "Wir können unser Lachen ja auch ganz bewusst einsetzen, um andere im positiven oder negativen Sinn zu beeinflussen", sagt Elke Zimmermann. Auf die Idee, die Laune seiner Artgenossen in Lachclubs zu verbessern, ist bisher wohl noch kein Affe gekommen. Und auch das hämische Gelächter, mit dem man andere so leicht ausgrenzen kann, scheint eine rein menschliche Erfindung zu sein. Möglicherweise fehlen den Tieren dazu spezielle Verschaltungen im Nervensystem. Ein Schimpanse, der ausrutscht, seine Banane verliert oder vom Ast stürzt, muss jedenfalls wohl nur mit der eigenen Frustration kämpfen -und nicht auch noch mit dem schadenfrohen Gekicher seiner Artgenossen. Current Biology Bd. 19, S. 1106 ------------------------------ "Wir Menschen können unser Lachen bewusst einsetzen, um andere zu beeinflussen" Elke Zimmermann, Institut für Zoologie der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover Foto: Lachen ist nützlich, haben Zoologen an Schimpansen (Bild) und Orang Utans beobachtet, die - lachend - wesentlich länger spielten.

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| Mannschaft | Tore | Punkte | |||
| 1 | Borussia Dortmund | 80:25 | 81 | ||
| 2 | Bayern München | 77:22 | 73 | ||
| 3 | FC Schalke 04 | 74:44 | 64 | ||
| 4 | B. Mönchengladbach | 49:24 | 60 | ||
| 5 | Bayer Leverkusen | 52:44 | 54 | ||
| 6 | VfB Stuttgart | 63:46 | 53 | ||
| 7 | Hannover 96 | 41:45 | 48 | ||
| 8 | VfL Wolfsburg | 47:60 | 44 | ||
| 9 | Werder Bremen | 49:58 | 42 | ||
| 10 | 1. FC Nürnberg | 38:49 | 42 | ||
| 11 | 1899 Hoffenheim | 41:47 | 41 | ||
| 12 | SC Freiburg | 45:61 | 40 | ||
| 13 | 1. FSV Mainz 05 | 47:51 | 39 | ||
| 14 | FC Augsburg | 36:49 | 38 | ||
| 15 | Hamburger SV | 35:57 | 36 | ||
| 16 | Hertha BSC Berlin | 38:64 | 31 | ||
| 17 | 1. FC Köln | 39:75 | 30 | ||
| 18 | 1. FC Kaiserslautern | 24:54 | 23 | ||