Ist die Uni noch zu retten?" ist der Titel des bekanntesten Buches von Michael Daxner. Seiner Frage kann der frühere Oldenburger Hochschulpräsident und bekannte Universitätsreformer jetzt ganz neue Aspekte abgewinnen. Der gebürtige Wiener ist seit dem letzten Herbst Administrator der Universität von Pristina und seit jüngstem auch eine Art Bildungsminister der Uno-Verwaltung im Kosovo. Schaut man sich die Zahlen an, darf das erste Nachkriegsstudienjahr bejubelt werden. Fast alle Fakultäten melden normalen Lehrbetrieb, die Zahl der Studierenden liegt zwischen 15 000 und 20 000. Die meisten sind zufrieden. Die Uni von Pristina wurde durch die Bomben der Nato aus den Privatwohnungen der albanischen Professoren zurück in ihre angestammten Gebäude gezwungen. "Alles" sei jetzt besser, sagt Rajmonda Kajakal, 21-jährige Wirtschaftsstudentin. Früher, also bis vor einem Jahr, habe es eine Stunde gedauert, bis man am Ende der Stadt in einer solchen Wohnung angekommen sei, um dort der - illegalen - Vorlesung zu lauschen. Nun habe man alles an einem Ort. Die Frage, ob ihre Lehrer auf die Herausforderungen der Marktwirtschaft ausreichend vorbereitet sind, versteht Rajmonda nicht. Aber es gibt eine Universität, und sie kann sie besuchen - das ist mehr, als irgendjemand vor zwei Jahren hoffen durfte. Ohne dass es jemand gewollt hätte, hat sich die Universität Pristina in den Jahren des Untergrunds verändert: Sie ist zu einer Art Volkshochschule oder Freizeiteinrichtung geworden. Die Professoren verdienen etwa 300 Mark im Monat, und ihre Gehälter stehen seit fünf Monaten aus. Von ihrer wissenschaftlichen Arbeit können sie ebenso wenig leben wie die Studenten von ihren Eltern oder gar von Stipendien. Alle arbeiten nebenher; Rajmonda zum Beispiel als Verkäuferin in einem Baby-Geschäft. Professoren erscheinen höchstens zu den Lehrveranstaltungen und betrachten ihren Job oft nur als Ehrenamt. Wer Englisch kann, arbeitet längst für das Dreifache für die Uno oder eine humanitäre Organisation. In der Anglistik sind ganze Studienjahrgänge einfach verschwunden - "die Wirtschaft", wie man im Westen sagen würde, zieht sie ab. Für Daxner soll die Uni eine unverbrauchte politische Klasse heranziehen. Denn schon ihre Gründung 1970 war ein Triumph im Kampf für die Nation: Endlich galten auch die Albaner den anderen Völkern gleich und mussten nicht mehr ihre Herkunft vergessen, wenn sie nach oben wollten. Die erste albanische Universität überhaupt wurde erst 1957 gegründet, in Tirana. Als 1989 im Kosovo die Autonomie kassiert und auch die bis dahin zweisprachige Hochschule Stück um Stück serbisiert wurde, organisierte die Professorenschaft unter dem energischen Rektor Ejup Statovci eine Art alternative Gegen-Uni in Privatquartieren, die tatsächlich Vorlesungen und Prüfungen abhielt und Diplome ausstellte. Die Hochschullehrer, die unter Entbehrungen im Kosovo aushielten, meinen nun, da für sie die Ära Milosevic vorbei ist, die Zeit der Ernte sei gekommen. Man hat sich unter extremen Umständen bewährt und sieht nun für Reformen keinen Grund. "Hier wird sehr viel auswendig gelernt", sagt Zuzana Finger, seit September Lektorin des DAAD in Pristina. Besonders aufgefallen sind ihr die Tausende "Korrespondenz-Studenten", die sich nur Lehrmaterial abholen und nach einem Jahr das Gelernte Wort für Wort abspulen. Daxner hat diese Art Fernstudium vorerst ausgesetzt; er will Überbesetzungen, vor allem in der Verwaltung, abbauen, auch die Medizin wurde reduziert. Dafür soll eine gesellschaftswissenschaftliche Fakultät (Studiengänge: öffentliche Verwaltung, Soziologie, Psychologie und Journalismus) entstehen. Soziologie habe es zwar gegeben, sagt Daxner ohne Scheu in großer Runde, aber die "habe ihren Namen nicht verdient". Der letzte Lehrstuhlinhaber kann nicht widersprechen: Fehmi Agani, der große Weise unter den kosovo-albanischen Politikern, wurde im Krieg von serbischen Soldaten ermordet. Dass Daxner eine "neue politische Klasse" will, hört vor allem die alte nicht so gerne, die sich gar nicht so alt findet. Im Mai streckte die Partei von Hashim Thaci, dem früheren UCK-Chef, entschlossen die Hände nach der Uni aus: Die Wahlen zur Studentenvertretung wurden massiv gefälscht. Im Prinzip sei Pristina sicher keine konservative Hochschule, glaubt der Bildungsexperte Dukagjin Pupovci, der hier studiert und gelehrt und jetzt ein "Kosovo Education Center" gegründet hat. Auch Rektor Zenel Kelmendi hält Pupovci für einen Reformer. Das könne aber alles wenig nützen: Der Brain-drain aus der Uni in die "Wirtschaft" würde durch allzu viele reformerische Zumutungen noch beschleunigt. Die Einzigen, die wirklich zum Bleiben entschlossen sind, sind die Juristen. Sie haben sich - illegal und gegen den Willen von Daxner - erst einmal ihre Gehälter aufgebessert, indem sie von ihren Studenten 70 Mark Gebühren verlangten. Die so gewonnene Energie setzen sie ein, um Daxners Reformpläne nach Kräften zu boykottieren. Bedrohlich wird das für den mit allen Machtmitteln ausgestatteten Administrator erst im Umkehrschluss: Wenn Widerstand ausbleibt, dann nur, weil den meisten ganz egal ist, was an der Uni passiert. "Der Brain-drain aus der Uni wird durch zu viele Reformen beschleunigt. " Zenel Kelmendi

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| Mannschaft | Tore | Punkte | |||
| 1 | Borussia Dortmund | 80:25 | 81 | ||
| 2 | Bayern München | 77:22 | 73 | ||
| 3 | FC Schalke 04 | 74:44 | 64 | ||
| 4 | B. Mönchengladbach | 49:24 | 60 | ||
| 5 | Bayer Leverkusen | 52:44 | 54 | ||
| 6 | VfB Stuttgart | 63:46 | 53 | ||
| 7 | Hannover 96 | 41:45 | 48 | ||
| 8 | VfL Wolfsburg | 47:60 | 44 | ||
| 9 | Werder Bremen | 49:58 | 42 | ||
| 10 | 1. FC Nürnberg | 38:49 | 42 | ||
| 11 | 1899 Hoffenheim | 41:47 | 41 | ||
| 12 | SC Freiburg | 45:61 | 40 | ||
| 13 | 1. FSV Mainz 05 | 47:51 | 39 | ||
| 14 | FC Augsburg | 36:49 | 38 | ||
| 15 | Hamburger SV | 35:57 | 36 | ||
| 16 | Hertha BSC Berlin | 38:64 | 31 | ||
| 17 | 1. FC Köln | 39:75 | 30 | ||
| 18 | 1. FC Kaiserslautern | 24:54 | 23 | ||