Pavillon du Lac auf Areal des Auswärtigen Amtes in Tegel zerstört / Polizei vermutet Brandstiftung: Diplomaten-Restaurant abgebrannt

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Das ehemalige Restaurant Pavillon du Lac auf dem Gelände der Villa Borsig am Schwarzen Weg in Tegel ist am Montagmorgen ausgebrannt. 120 Feuerwehrleute konnten verhindern, dass die Flammen auf benachbarte Gebäude übergreifen. Der Pavillon war vom Bund ausgebaut worden und sollte im Dezember an das Auswärtige Amt feierlich übergeben werden. Die technische Abnahme des Hauses war vor vier Wochen. Von den 120 Feuerwehrleuten sollten viele eigentlich zum S-und U-Bahnhof Alexanderplatz fahren, um dort von 0.30 Uhr bis 4.30 Uhr einen simulierten Bahnhofsbrand zu löschen und Fahrgäste zu retten. Doch daraus wurde nichts. Die Übung im Tunnel der U-Bahn-Linie 2 am Alex wurde wegen des Feuers auf dem Gelände in Tegel abgeblasen. Feuerwehr löscht drei Stunden Dort benötigten die Wehrleute knapp drei Stunden, um den Brand in dem 300 Quadratmeter großen Gebäudekomplex zu löschen. In dieser Zeit wurden tausende Liter Wasser auch auf die Villa Borsig gespritzt, um sie vor dem Feuer zu schützen. Menschen waren nicht in Gefahr, sagte Feuerwehrsprecher Wolfgang Rowenhagen am Montag. Das Feuer sei kurz nach Mitternacht ausgebrochen, so der Sprecher. Es sei hoher Sachschaden entstanden. Die Polizei schließt vorsätzliche Brandstiftung nicht aus. Einen Hinweis auf einen politisch motivierten Anschlag hat die Polizei aber nicht. Das Feuer ist offenbar in einer Ecke im Erdgeschoss des Pavillons ausgebrochen. Die Flammen fraßen sich bis zum Dachstuhl des zweigeschossigen Gebäudes hinauf. Die Außenfassade, die Treppengeländer sowie die Terrassen bestehen aus Holz. Das muss jetzt alles erneuert werden. Die Räume waren leer, als das Feuer ausbrach, hieß es am Montag. Am Wochenende war in dem Gebäude nicht gearbeitet worden, erfuhr die Feuerwehr. Bislang wird ein technischer Defekt ausgeschlossen. Die Untersuchungen zur Brandursache werden noch mehrere Tage andauern. Das Areal um die Villa Borsig wird gegenwärtig unter der Regie des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung umgebaut. Das Auswärtige Amt soll die Borsig-Villa an der nördlichen Spitze des Tegeler Sees ab Jahresende für die Aus-und Fortbildung ihrer Mitarbeiter nutzen. Der Pavillon sollte als Kantine für die künftigen Diplomaten dienen. Ursprünglich sollten im Dezember die ersten Lehrgänge beginnen, hieß es im Auswärtigen Amt. Daraus werde nun nach dem Brand aber wahrscheinlich nichts, hieß es gestern. Die Villa Borsig ist das ehemalige Landhaus der Unternehmer-Familie Borsig. Das Gebäude wurde von 1911 bis 1913 nach Entwürfen der Architekten Alfred Salinger und Eugen Schmohl gebaut. Der Bauherr Ernst von Borsig wollte, dass die Villa dem Schloss Sanssouci in Potsdam ähnelt. Im Herbst 1937 verkaufte die Familie Borsig das Haus an das Deutsche Reich. Die Villa diente bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges als Sitz der Reichsfinanzakademie. Nach dem Zweiten Weltkrieg residierten die Alliierten in dem Gebäude. Die Franzosen errichteten den Pavillon du Lac als Offizierscasino. Zuletzt wurde die Villa als Gästehaus der Stadt Berlin und der Bundesrepublik genutzt. ------------------------------ Vom Edel-Lokal zur Kantine Der Pavillon du Lac wurde 1958 von den französischen Alliierten errichtet. In dem zweigeschossigen Gebäude befand sich ein edles Restaurant. Das zweigeschossige Haus wurde in den vergangenen Jahren umgebaut. Es soll künftig als Kantine dienen. Zum Jahresende sollte der Pavillon übergeben werden. Daraus wird wohl nichts. Das Gebäude gehört zur "Villa Borsig", das vom Bund gegenwärtig als Fortbildungsstätte für das Auswärtige Amt umgebaut wird. Nach 1945 war die Villa Residenz des Oberkommandierenden der französischen Truppen in Berlin. ------------------------------ Karte: Die Villa und der Pavillon befinden sich auf der Halbinsel Reiherwerder. ------------------------------ Foto: Der Pavillon du Lac ist am Montagmorgen abgebrannt. Ab Dezember sollte das Gebäude vom Auswärtigen Amt als Kantine genutzt werden.

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