Sonderthema: Weihnachtsmärkte in Berlin

Steffi Scherzer tanzt Sonnabend in "Feensee": Nur ein schmerzlich süßer Traum

Von 

An der Lindenoper wird am Sonnabend das lange vergessene Ballett "Der Feensee" zu neuem Leben erweckt: Pierre Lacotte hat das Werk aus dem 19. Jahrhundert rekonstruiert. Und Primaballerina Steffi Scherzer tanzt als Fee über die Bühne. Mit ihr sprach Jürgen Nitschmann. Berliner Zeitung: Wie kommt es dazu, daß "Feensee" an der Staatsoper gezeigt wird? Steffi Scherzer: Pierre Lacotte und der für die musikalische Einrichtung verantwortliche Michel Queval sehen die Wiederentdeckung als eine Hommage an die Taglioni-Familie, die auf eben dieser Bühne Triumphe feierte. Sie treten wortwörtlich in die Fußstapfen Marie Taglionis, des legendären Vorbilds? Soweit es möglich war, die Originalchoreographie aufzuspüren, ja. Überrascht war ich davon, wie nuancenreich und perfektioniert die Tanztechnik damals war. Es sind kaum die Inhalte solcher Werke, die uns heute erregen. Wir bestaunen das "Unwirkliche". "Feensee" entspringt der diffusen Sehnsucht nach etwas Unerfüllbarem. Wie "Giselle" entlarvt sich dieses Werk als ein schmerzlich süßer Traum - der dem Auge spektakulären Genuß bereiten will! Spektakulär? Inwiefern? Nun, Feen sind transparent, haben kein Gewicht, entschwinden in die Luft! Machen Sie das mal! Jetzt? Sofort? (lachend) Bleiben Sie! Ich will damit auf die Arbeit des Partners verweisen. Alle Zeitlupenflüge, die Hebungen sind das Ergebnis seiner Muskelkraft und eines gemeinsamen Atems. Mit Oliver Matz muß ich zu einer Paareinheit zusammenwachsen. Das ist ihnen beiden oft gelungen. Wie auch Victoria Lahiguera und Torsten Händler, die in weiteren Hauptrollen zu sehen sind. Ich wünschte, daß viele die Poesie der Aufführung entdecken - ein romantisches Ballett, jugendfrei, gewaltfrei. +++

comments powered by Disqus
Anzeige