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Verkehrsbetriebe lenken ein / Abo-Preise unverändert: Ticket für Geschwister bleibt erhalten

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Im Streit um die künftigen Fahrpreise für Schüler haben die Verkehrsunternehmen auf die Senatskritik reagiert. Nach Informationen der Berliner Zeitung ist die angedrohte Abschaffung der Geschwisterkarte endgültig vom Tisch. Das gilt auch für den Plan, den Tarif des Schülertickets nach dem Alter zu differenzieren. Stattdessen sollen die Preise der bestehenden Karten "moderat" angehoben werden, hieß es bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG). So könnte das Schülerticket, das in Berlin heute 26 Euro pro Monat kostet, im August um 1,50 oder zwei Euro teurer werden. Der Preis des Geschwistertickets, in Berlin zurzeit 16 Euro pro Monat, steigt möglicherweise um einen Euro. Es ist sogar im Gespräch, die Stammkunden von einer Preiserhöhung zu verschonen. Vorschlag: Wer Schülertickets oder Geschwisterkarten ein Jahr lang im Abonnement bezieht, soll keinen Cent mehr als heute zahlen. Um die Nutzung dieser Abo-Tickets zu erleichtern, ist zudem geplant, sie zum Teil als Chip-Karte anzubieten - als Vorform des elektrischen Tickets. Am 3. Februar entscheidet der Aufsichtsrat des Verkehrsverbunds Berlin-Brandenburg (VBB), in dem der Senat vertreten ist, über die Tarife. 2001 hatte der Senat eine drastische Senkung der Schülertarife durchgesetzt. Danach klagten BVG und S-Bahn über sinkende Einnahmen. Derzeit kostet die Geschwisterkarte ein Viertel einer Monatskarte für Erwachsene - ein Rabatt, wie es ihn nirgendwo sonst gebe. Doch mit ihrem Plan, die Tarife stark anzuheben, bissen die Unternehmen bei Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) auf Granit. Der jüngste Vorschlag soll diesen Streit nun entschärfen. Neue Idee für billige Jobtickets Als wenig wahrscheinlich gilt inzwischen, dass zum August die "gleitende Monatskarte" abgeschafft wird - jene Zeitkarte, deren Gültigkeit an jedem beliebigen Tag beginnen kann. Die Brandenburger Verkehrsbetriebe und der VBB standen der Idee von BVG und S-Bahn skeptisch gegenüber. "Das wäre nicht kundenorientiert", hieß es. Dagegen ist sicher, dass der Rabatt fürs Firmenticket sinkt - neue Verträge sollen statt bisher bis zu 15 nur noch fünf Prozent Ermäßigung auf den regulären Jahreskartenpreis gewähren. Doch für Unternehmen und Behörden, die für alle ihre Beschäftigten solche Fahrkarten kaufen, könnte es ein neues Sonderangebot geben - ein Firmenticket nach dem "Solidarprinzip". Regel: Je mehr neue Kunden für den Nahverkehr gewonnen werden, desto höher fällt der Rabatt aus. "Bis zu 50 Prozent sind drin - das zeigen Beispiele aus anderen Verkehrsverbünden", sagte VBB-Chef Hans-Werner Franz. "Für die Verkehrsbetriebe rechnet sich das immer noch. Auch für die Firmen ist es ideal - sie brauchen nicht so viele Parkplätze." ------------------------------ 75 Prozent Rabatt // Über eine drastische Senkung der Schülertarife konnten sich Berlins Eltern im August 2001 freuen. Auf Betreiben des damaligen Stadtentwicklungssenators Peter Strieder (SPD) wurde die Schülerkarte von umgerechnet rund 30,80 auf 23 Euro verbilligt. Für Geschwisterkinder wurde ein neues Ticket eingeführt, das damals 15,30 Euro kostete. Inzwischen kostet das Schülerticket 26, die Geschwisterkarte 16 Euro. Die Einnahmen sind stark gesunken. Darüber beschwerten sich BVG und S-Bahn. 2004 schlugen sie die Abschaffung der Geschwisterkarte vor. Sie biete gegenüber der Umweltkarte 75 Prozent Rabatt, üblich seien 25. Ihre Idee: Wer noch nicht 14 Jahre ist, soll für sein Schülerticket 22 Euro zahlen, Ältere 31 Euro. Der Senat lehnt den Plan ab.

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