13.12.2011

Höhen erklimmen: Industriekletterer machen im Job eine gute Figur

Von Berit Waschatz
Teamarbeit: Industriekletterer sind derzeit gefragt. Foto: dpa-tmn

Industriekletterer dichten renovierungsbedürftige Wohnblocks mit Silikon ab, sie überprüfen Dachschindeln auf Kirchtürmen,  installieren Lichtkunst oder warten die riesigen Windmühlen der Energiewirtschaft.  Kostengünstig erreichen sie für ihre Auftraggeber auch den luftigsten Winkel.

Es sieht spektakulär aus, wenn sich Industriekletterer von meterhohen Windrädern, Kirchtürmen oder Hochhäusern abseilen. Doch für die Höhenarbeiter gehört das zum Alltag. In schwindelerregender Höhe führen sie Arbeiten aus, die sonst kein anderer machen kann.

Was noch wichtig ist

Industriekletterer ist kein geschützter Beruf. Bevor man sich zum Industriekletterer ausbilden lässt, sollte man daher bereits eine abgeschlossene Fachausbildung in der Tasche haben. Eine handwerkliche Ausbildung ist am besten. Ansonsten muss topfit, frei von Schwindel und Höhenangst sein.

„Das Aufgabengebiet ist sehr groß“, sagt Kai Langer, Ausbildungsleiter bei der Berufskletterschule in Bad Soden-Salmünster. Industriekletterer dichten renovierungsbedürftige Wohnblocks mit Silikon ab, sie überprüfen Dachschindeln auf Kirchtürmen, tauschen Fenster aus oder reinigen diese in luftiger Höhe. Immer gehe es um Gebäudeteile, zu denen kein anderer hinkommt, weil die Benutzung eines Krans oder die Aufstellung eines Gerüsts für zwei oder drei Fenster zu kostspielig ist.

Die Ausbildung zum Industriekletterer

Die Ausbildung gliedert sich in drei Kurse mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. Im Grundkurs lernen die Teilnehmer die Materialien und das Arbeiten am Seil kennen. Einen Schwerpunkt bilden auch einfache Rettungstechniken. Nach dem ersten Kurs kann man bereits als Industriekletterer arbeiten - vorausgesetzt, man hat einen Partner, der bereits alle drei Kurse bestanden hat. Im Aufbaukurs vertiefen die Teilnehmer ihre Kenntnisse und lernen zum Beispiel, wie man sich unter einem Träger entlang bewegt. Die ersten beiden Kurse bestehen zu 75 Prozent aus praktischen Übungen.

Der dritte Kurs richtet sich vor allem an erfahrene Kletterer, die sich mit der Planung und Durchführung von Baustellen auskennen müssen, auf denen Spezialisten benötigt werden. Sie lernen etwa, Einsatzpläne zu erstellen, die Gefährdungslage zu beurteilen und Notfallrettungspläne auszuarbeiten. Am Ende wissen sie etwa, was man beim Arbeiten am Seil mit einer Flex oder mit besonders aggressiven Reinigungsmitteln beachten muss. „Da muss man sich schon viele Gedanken machen“, sagt Langer.

Luftakrobatik: Industriekletterer sind derzeit gefragt

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