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Bankgesellschaft räumte CDU-Spender Vorteile ein: Justiz überprüft Bank-Geschäfte von Klaus Groth

BERLIN, 29. November. In der Affäre um die Bankgesellschaft Berlin gerät Vorstandschef Wolfgang Rupf immer stärker unter Druck. Die Sonderermittlungsgruppe Bankgesellschaft der Berliner Staatsanwaltschaft überprüft die Beziehungen des Instituts zu dem Unternehmer Klaus Groth. Es werde der Behauptung nachgegangen, wonach die Bankgesellschaft Groth aus einer mit ihm gegründeten Holding jährliche Einnahmen in Millionenhöhe zugesichert haben soll, teilte die Justizpressestelle mit. Geprüft werde, ob Anhaltspunkte für Untertreuehandlungen von Verantwortlichen der Bankgesellschaft vorlägen und ein Ermittlungsverfahren eingeleitet werden müsse.Das zur IBAG-Immobilientochter der Bankgesellschaft gehörende Beteiligungsunternehmen GIB hatte mit dem CDU-Großspender und Bauunternehmer im Februar die neue Groth Holding GmbH & Co.KG gegründet und sich am Kapital mit 40 Prozent beteiligt. Wie die "Berliner Zeitung" berichtet hatte, finanzierte die GIB per Darlehen auch den größten Teil der auf Groth entfallenden Kapitaleinlage. Zudem wurde dem Bauunternehmer unabhängig vom wirtschaftlichen Erfolg der Firma die Entnahme einer jährlichen Mindestrendite von 1,6 Millionen Mark (820 000 Euro) eingeräumt. Bank-Chef Rupf hatte sich persönlich für dieses Modell stark gemacht, wie der Ex-IBAG-Manager Christian Lauritzen auch vor dem Untersuchungsausschuss des Abgeordnetenhauses bestätigt hatte. Dabei galt Groth bankintern als Problemfall. In einer Aktennotiz der Bank vom 22. Juni 2001 wurden die Groth zuzuordnenden Kredite auf 1,88 Milliarden Mark beziffert. Eine IBAG/GIB-Zahlung von 12,8 Millionen Euro an Groth sei zudem "voll Blanko", also ohne jede Sicherheit, ausgereicht worden. (wi.)