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Berliner Zeitung | „Hufeisern gegen Rechts“: 600 Besucher reden über Flüchtlinge
12. September 2013
http://www.berliner-zeitung.de/3100554
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„Hufeisern gegen Rechts“: 600 Besucher reden über Flüchtlinge

Die Hufeisensiedlung im Berliner Bezirk Neukölln, die von 1925 bis 1933 nach Plänen von Bruno Taut und Martin Wagner entstand.

Die Hufeisensiedlung im Berliner Bezirk Neukölln, die von 1925 bis 1933 nach Plänen von Bruno Taut und Martin Wagner entstand.

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dpa

Berlin -

„Nicht Flüchtlinge, sondern Fluchtursachen bekämpfen“ stand auf einem Plakat am Podium. Die Bürgerinitiative „Hufeisern gegen Rechts“ hatte zu der Veranstaltung eingeladen. Sie hatte klargestellt, dass man Zustände wie in Hellersdorf nicht tolerieren werde. „Es geht um Fragen der Menschenwürde, Hassparolen gehören nicht in diese Debatte“, sagte Jürgen Schulte von der Initiative. Angehörige der rechten Szene waren nicht zugelassen.

Eine parallel angemeldete NPD-Kundgebung hatte die Polizei zwar genehmigt, aber mehrere hundert Meter entfernt an der Parchimer Allee. Zur Sicherheit hatten Beamte die Schule und Teile der Hufeisensiedlung abgeriegelt.

Szenen wie in Hellersdorf, wo Rechtsextremisten bei einer Anwohnerversammlung gegen Flüchtlinge gehetzt hatten, gab es in Britz nicht. Im Gegenteil – viele Anwohner demonstrierten ihr Wohlwollen gegenüber den Asylsuchenden. Sozialstadtrat Bernd Szczepanski (Grüne) und Franz Allert, Präsident des Landesamts für Gesundheit und Soziales, mussten Fragen nach der Unterbringung und dem Heimbetreiber beantworten.

„Ich habe das Gefühl, die Leute werden hier willkommen geheißen“, sagte Andrea Schwendner vom Diakoniewerk Simeon. Kritik gab es am Standort. Das Heim soll in einem Gewerbegebiet an der Neuen Späthstraße errichtet werden. Die Flüchtlinge würden isoliert, hieß es.