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"Was heißt frieren": Ein Fahrplan für die Kältehilfe in Berlin

Die Facebook-Gruppe "Was heißt frieren" folgt dem Fahrplan-Trend im Netz und bringt eine Variante des Berliner Liniennetzes für einen guten Zweck in Umlauf: Der sogenannte "Berlins City Guide To Help" zeigt, wo Obdachlose in Berlin Hilfe bekommen können. Der Plan soll darauf hinweisen, wie wichtig es ist, Wohnungslosen zu helfen.



Schnell verbreitete er sich im Netz. Auf Twitter ist die Karte unter dem Hashtag "#washeißtfrieren" im Umlauf und wird oft mit "endlich mal eine U-Bahnkarte, die wirklich Sinn macht!" kommentiert. Durch sie hat auch die Kampagneneigene Website in kürzester Zeit rund 50.000 Aufrufe erreicht.

"Was heißt frieren" wurde von der Marketing-Agentur hektik initiiert, um für das Thema Kältehilfe zu sensibilisieren. Als unabhängiger Partner fungiert die Berliner Stadtmission, die auch Spenden für Obdachlose sammelt. Ihr Fahrplan wurde in Zusammenarbeit mit Marcus Buecken umgesetzt, einem Kommunikationsdesign-Studenten der FH Aachen.

Hermanns Schlafplatz und Claudias Schlupfloch

Die Nahverkehrskarte zeigt, wo sich in der Hauptstadt Annahmestellen für Geld-, Lebensmittel- und Kleiderspenden sowie öffentliche Wärme- und Notstationen befinden. Besonders auffällig sind die neuen Namen der U- und S-Bahn-Stationen. So heißt etwa der Hermannplatz jetzt "Hermanns Schlafplatz" und der Hackesche Markt "Claudias Schlupfloch".

"Die Namen der U-Bahn-Stationen sind frei erfunden", erklärt Daniel Koller, der die Kampagne bei hektik verantwortet. Echte Namen würden nicht verwendet, da es in Berlin eine Art "Obdachlosen-Kriminalität" gebe. Gemeint ist Kriminalität von Außenstehenden gegenüber Obdachlosen. Aus diesem Grund würden für die Kampagne auch keine Interviews mit den Obdachlosen geführt.

Fotoshooting mit Rolf Scheider

Mit der Kampagne über den Fahrplan soll zusätzliche Aufmerksamkeit auf ein Projekt gelenkt werden, das schon seit zwei Jahren bei hektik läuft: Bereits 2012 wurde unter der Regie von Daniel Koller eine Foto-Kampagne für die Berliner Obdachlosen- und Kältehilfe initiiert. Dafür lassen sich jedes Jahr zahlreiche Berliner fotografieren, zuletzt rund 100 Menschen, um auf die Kältenot Obdachloser aufmerksam zu machen - darunter auch Prominente.

Wie Rolf Scheider, Juror aus der vierten Staffel von "Germanys Next Topmodel". Oberkörperfrei posierte er für "Was heißt frieren" mit einem Schild mit der Aufschrift "Ich helfe Obdachlosen im Winter! Du auch?".

Wenn Sie über die Berliner Stadtmission für die Obdachlosenhilfe spenden möchten, klicken Sie hier.