Neuer Inhalt

2000 neue Jobs: Zalando baut neuen Campus in Friedrichshain

Die künftige Zalando-Zentrale: Co-Chef Rubin Ritter nennt sie ein „Geschenk an die Mitarbeiter“.

Die künftige Zalando-Zentrale: Co-Chef Rubin Ritter nennt sie ein „Geschenk an die Mitarbeiter“.

Foto:

zalando

Dass das, was im Jahr 2008 in einer WG in der Torstraße Nummer 218 begann, einmal so groß werden würde, hatte auch Rubin Ritter nie geahnt. „Ich dachte damals, dass es ganz gut werden könnte“, erinnert sich der 32-jährige Co-Chef von Zalando, der nun in Jeans, Pulli und Turnschuhen die Pläne für den künftigen Zalando-Campus präsentiert. Danach soll bis 2018 auf der Nordseite der Friedrichshainer Mühlenstraße zwischen Postbahnhof und Warschauer Straße ein ganzer Büro-Komplex entstehen. Dort werden dann – zehn Jahre nach Firmengründung – rund 5 000 Menschen arbeiten.

Damit ist der Modeversender auf dem besten Weg, für die Gegend rund um die Mercedes-Arena den Namen Zalando-City zu beanspruchen. Denn derzeit hat das Unternehmen bereits seinen Hauptsitz in der Tamara-Danz-Straße. Außerdem werden weitere Gebäude als Fotostudios und Büros genutzt, eines ist gerade im Entstehen. Ist der Campus 2018 fertig, werden den Teams von Zalando insgesamt fast 100.000 Quadratmeter zur Verfügung stehen. Rubin Ritter nennt es ein „Geschenk für die Mitarbeiter“. Sie sollen sich wohlfühlen und ein Umfeld vorfinden, das Kreativität fördert. „Wir wollen noch mehr Talente anziehen“, sagt Ritter.

Den zentralen Bürokomplex, der aus zwei Gebäuden mit 29.000 sowie 13.000 Quadratmetern besteht, hat sich das Münchener Architekturbüro Henn ausgedacht, das auch die Autostadt in Wolfsburg kreierte. Sieben Etagen soll der größere Bau in den nächsten drei Jahren neben der Event-Arena in die Höhe wachsen. Ein Gebäude, das einem Start-up entspräche und Offenheit repräsentiere, sagt Gunter Henn, Chef und Gründer des Architekturbüros. „Nicht Mittelflure mit Einzelhaft, sondern Loft-Atmosphäre“, weil sich Arbeit eben nicht immer bestenfalls an einem Schreibtisch erledigen lasse. In dem Campus sollen künftig alle Berliner Zalando-Mitarbeiter unterkommen und näher zusammengebracht werden. Denn jetzt ist das Unternehmen weit in der Stadt zerstreut. Während die Firma von der Tamara-Danz-Straße aus gelenkt wird, ist der gesamte Modebereich in der Neuen Bahnhofstraße am Ostkreuz zu Hause. Der IT-Bereich sitzt in der Karl-Liebknecht-/Ecke Mollstraße. Zusammen hat Zalando inzwischen rund 4 000 Mitarbeiter allein in Berlin und ist damit einer der größten privatwirtschaftlichen Arbeitgeber in der Stadt.

2000 neue Jobs

Dass aber im Jahr 2018 mit Bezug des Zalando-Campus tatsächlich alle anderen Berliner Dependancen aufgegeben werden, ist mehr als fraglich. Jedenfalls dann, wenn das Unternehmen sein bisheriges Wachstumstempo fortsetzt. Die Firma, für die Vorstand Rubin Ritter schon immer „ein gutes Gefühl“ hatte, hat heute 1,2 Millionen aktive Kunden, die Zalando-Seiten werden im Schnitt 50 Mal in jeder Sekunde angeklickt und in diesem Jahr peilt das Unternehmen erstmals einen Umsatz von drei Milliarden Euro an. An der Börse ist Zalando mittlerweile wertvoller als Traditionsunternehmen wie RWE und Lufthansa.

Zudem ist Zalando gerade dabei, sich neu zu erfinden. Dabei geht es um nicht weniger als die Transformation vom reinen Schuh- und T-Shirt-Versender zu einem Hightech-Unternehmen. Zalando will zur Denkfabrik werden, die neue Spielarten des Konsums inklusive Lieferzeiten von nicht einmal einer Stunde entwickeln und anbieten will. Bis Ende nächsten Jahres sollen dafür allein im Entwicklungsbereich 2000 neue Jobs entstehen.


Neue Nachrichten

Wir haben neue Artikel für Sie. Möchten Sie jetzt die aktuelle Startseite laden?