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Ärger am Gendarmenmarkt: Französischem Dom fehlt Beleuchtung

Nur noch am Tag schön anzusehen - der Französische Dom.

Nur noch am Tag schön anzusehen - der Französische Dom.

Foto:

Matthias Günther / Guenther

Wie schön bunt war Berlin doch während des Festival of Lights bis zum vergangenen Wochenende. Hunderttausende Menschen haben sich von Video-Installationen und Lichtshows an mehr als 100 Gebäuden jeden Abend verzaubern lassen – am Potsdamer Platz, am Brandenburger Tor, am Berliner Dom und natürlich auf dem Gendarmenmarkt. Dort ist nun wieder Alltag: Schauspielhaus, Schiller-Denkmal und Deutscher Dom werden wieder mit den üblichen weißen Strahlern in Szene gesetzt. Aber auch das hat seinen Reiz.

Nur an einer Stelle des zu den schönsten Plätzen Europas zählenden Gendarmenmarktes ist es einfach dunkel: Am Französischen Dom sind die Lichter ausgegangen. Er wird schon seit Monaten nicht mehr beleuchtet – ein Sinnbild für die wirtschaftliche Krise in Frankreich? Vielleicht auch ein indirekter Tipp aus Berlin an Frankreichs Staatspräsident François Hollande, wie man leicht sparen kann?

Finsternis am Turm "hochnotpeinlich für Berlin"

Die Freunde und Förderer des Gendarmenmarktes, ein Verein von Anrainern, finden die Finsternis am Turm nicht lustig. „Das ist hochnotpeinlich für Berlin“, sagt Vereinsvize Frank Keidel. Der Platz sei auch abends ein touristischer Anziehungspunkt. „Dass sich Berlin nicht kümmert und die eine Hälfte des Platzes im Dunkeln versteckt, ist ein Skandal“, sagt er.

Dabei ist die Sanierung des 1780 bis 1785 an die Französische Friedrichstadtkirche angebauten Turms gar nicht so lange her. Zwei Jahre lang wurde die Fassade des Doms bis 2006 für rund sechs Millionen Euro saniert. Auch 18 der 60 Bronzeglocken des Glockenspiels wurden dabei repariert oder neu gegossen. Doch ohne Licht wirkt der Platz mit seiner finsteren Ecke wie amputiert.

Zuständig für den Französischen Dom ist der Bezirk Mitte. Nach Angaben von Keidel wurden nach der Sanierung Mängel an der Beleuchtung festgestellt. Der Bezirk habe die Firma zur Nachbesserung aufgefordert, doch das Unternehmen ging pleite. „Jetzt muss der Bezirk endlich handeln“, fordert Keidel. Vom Bezirksamt war am Mittwoch keine Stellungnahme zu erhalten.