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Aktion für Flüchtlinge in Berlin: Aktionskünstler entfernen Gedenkkreuze für Mauertote

Gedenkkreuze für Maueropfer vor dem Marie-Elisabeth-Lueders-Haus am Spreeufer (Archivbild).

Gedenkkreuze für Maueropfer vor dem Marie-Elisabeth-Lueders-Haus am Spreeufer (Archivbild).

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imago/blickwinkel

Flüchtlings-Aktivisten haben in Berlin die weißen Gedenkkreuze für die Mauertoten am Spreeufer neben dem Reichstag entfernt. Zu der Aktion bekannte sich am Montag eine Gruppe von Aktionskünstlern, das „Zentrum für politische Schönheit“. Die Kreuze sollten an die Außengrenzen der EU gebracht werden, sagte deren Sprecher Philipp Ruch. Die Berliner CDU zeigte sich entsetzt.

„Während ganz Deutschland sich darauf einstellt, dem Fall der deutschen Mauer vor 25 Jahren zu gedenken, stehen neue Mauern um Europa, an denen mindestens 30 000 Menschen gekentert sind“, hieß es auf der Internetseite der Gruppe. Hier waren Fotos weißer Kreuze vor großen Stacheldraht-Zäunen zu sehen.

CDU-Generalsekretär hält Aktion für pietätlos

Die Installation am Reichstag war von einem privaten Verein zur Erinnerung an die Opfer der deutschen Teilung aufgestellt worden. Die sieben weißen Kreuze erinnern auf Vorder- und Rückseite an 13 namentlich genannte und die unbekannten Opfer der Mauer. Die Polizei habe nach dem Diebstahl von Amts wegen ein Ermittlungsverfahren eingeleitet, sagte ein Sprecher.

Berlins CDU-Fraktionschef Florian Graf zeigte sich erschüttert. „Der Diebstahl von Mauerkreuzen entwürdigt das Andenken an die Menschen, die für ihre Freiheit gestorben sind, und überschreitet jede moralische Form von Auseinandersetzung in der Sache“, erklärte er. Die Flüchtlingsaktivisten hätten ihrem Anliegen mit dem Diebstahl der Kreuze „wieder einmal einen Bärendienst erwiesen“.

Der Berliner CDU-Generalsekretär Kai Wegner bezeichnete die Aktion als pietätlos. „Es ist unfassbar, wie die Opfer der SED-Diktatur von ideologischen Wirrköpfen für gegenwärtige Zwecke missbraucht werden.“ Opfergruppen dürften nicht gegeneinander ausgespielt werden.



Die Aktivisten werben mit der Aktion für eine Kampagne, bei der sie zum Jahrestag des Mauerfalls am 9. November in Südeuropa Löcher in Grenzanlagen schneiden wollen. Das „Zentrum für Politische Schönheit“ war in der Vergangenheit unter anderem mit einer Aktion gegen den Waffenhersteller Krauss-Maffei-Wegmann (KMW) aufgefallen. Im Namen von Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) versprachen sie zudem, mit einer vermeintlichen „Kindertransporthilfe des Bundes“ syrische Flüchtlinge nach Deutschland zu bringen.



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