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Berliner Zeitung | Angespannte Lage in Berlin-Moabit: Flüchtlinge werfen Steine auf Wachleute vor Lageso
22. September 2015
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Angespannte Lage in Berlin-Moabit: Flüchtlinge werfen Steine auf Wachleute vor Lageso

Hunderte Menschen warten täglich vor dem Lageso.

Hunderte Menschen warten täglich vor dem Lageso.

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dpa

Die Lageso-Mitarbeiter hätten sich ins Gebäude zurückgezogen. Etwa zwölf Mannschaftswagen der Polizei fuhren am Nachmittag auf das Lageso-Gelände, wie andere Augenzeugen berichteten. Die Situation habe sich daraufhin wieder entspannt, sagte ein Polizeisprecher. Genauere Informationen der Polizei lagen noch nicht vor.

Auch am Montag hatten sich etwa 600 Asylbewerber vor dem Lageso gedrängt. Ab 14 Uhr konnten keine neuen Wartenummern mehr ausgegeben werden. Die Polizei musste anrücken, wie häufig in den Tagen zuvor auch. Zeitweilig forderten die Flüchtlinge in Sprechchören Asyl und stürmten die Absperrungen.

Bundeswehr soll helfen

Für Mittwoch ist der nächste Sonderzug mit bis zu 500 Flüchtlingen aus Bayern angekündigt. Berlin rechne weiterhin mit etwas weniger als 1000 Flüchtlingen pro Tag, sagte Czaja. Auf den regulären Wegen kämen täglich 500 bis 600 Asylbewerber ins Lageso. Obendrein träfen derzeit rund jeden zweiten Tag zusätzlich Flüchtlinge über die verschiedenen Balkanrouten via Zug und Bus ein.

Zur Bewältigung des Flüchtlingsandrangs in Berlin rückt ab Mittwoch die Bundeswehr an. „Ab morgen werden die ersten 15 Soldaten der Bundeswehr bei der Registrierung von Flüchtlingen im Lageso in Berlin unterstützen“, teilte die Senatssozialverwaltung am Dienstag per Twitter mit. Am Wochenende hatten zum ersten Mal Soldaten Ordnungsaufgaben am Bahnhof Schönefeld bei Berlin übernommen. Am Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) sollen demnächst 50 Soldaten bei der Registrierung von Flüchtlingen helfen. (dpa)