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Anhalter Bahnhof: Neues Quartier auf alter Postbrache in Kreuzberg

So soll das Viertel Ende 2019 aussehen: Im Vordergrund verläuft die Hallesche Straße, wo die meisten Wohnungen gebaut werden.

So soll das Viertel Ende 2019 aussehen: Im Vordergrund verläuft die Hallesche Straße, wo die meisten Wohnungen gebaut werden.

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Simulation Konsor Wessels

Die Bagger und Kräne sind schon in Aktion, unweit des Anhalter Bahnhofs in Kreuzberg werden erste Baugruben ausgehoben. Auf einer gut 15.000 Quadratmeter großen Brache neben dem Tempodrom, in unmittelbarer Nähe zum Potsdamer Platz, entsteht ein neues Stadtquartier. Wo bis vor Kurzem noch Autos parkten, werden rund 300 Wohnungen und zwei Kitas gebaut. Ebenso mehrere Bürogebäude.

Eines davon wird der neue Sitz des Bundeswehr-Verbandes, der von Bonn nach Berlin umziehen will. Insgesamt wollen die Unternehmen Kondor Wessels und Reggeborgh Vastgoed sechs Gebäude errichten und damit das Dreieck zwischen Stresemann-, Möckern- und Hallescher Straße bebauen.

„Wir freuen uns, mit unseren Projekten einen wesentlichen Anteil an der Entwicklung des Wohn- und Geschäftsstandorts rund um den Anhalter Bahnhof zu leisten“, sagt Leo de Man, Geschäftsführer von Kondor Wessels Wohnen. Das mittelständische Unternehmen ist seit rund 20 Jahren in Deutschland aktiv. Die Firma Reggeborg Vastgoed gehört zur niederländischen Reggeborg-Gruppe, die sich im Privatbesitz der Familie Wessels befindet.

Nachbarschaft zum alten Postamt

Die Brache, auf der das neue Stadtquartier entsteht, befindet sich neben dem Gebäude des ehemaligen Postamts 11, das bis zum Mauerfall das wichtigste West-Berliner Amt seiner Art war. Das Postamt stammt aus den 1930er-Jahren und steht unter Denkmalschutz. Im Auftrag der Interconti-Group wurde es zum Lofthotel mit 330 Zimmern umgebaut. Seit 2013 firmiert es als Crowne Plaza Berliner Potsdamer Platz.

Als Erstes im neuen Quartier wird ein Großteil der Wohnungen gebaut – sie entstehen im Süden, an der vergleichsweise ruhigen Halleschen Straße. Das Projekt namens Yours umfasst 161 Wohnungen, die meisten davon sind Eigentumswohnungen, 46 werden zur Miete angeboten. Das andere trägt den Namen Metronom und umfasst 74 Eigentumswohnungen in vier Gebäuden.

Beide Projekte sollen im Jahr 2017 bezogen werden. Über Kaufpreise gibt es derzeit noch keine Angaben. Ebenfalls 2017 soll die Kita im Westen des Quartiers eröffnet werden. Die Einrichtung ist für 70 Kinder gedacht und soll vom Humanistischen Verband betrieben werden.

75 Wohnungen wird es auch im geplanten Wohn- und Geschäftshaus entlang der Stresemannstraße geben, das Ende 2018 fertig sein soll. Auch dort ist eine Kita vorgesehen, ebenso im Erdgeschoss Läden und anderes Gewerbe. Und im Norden, an der Möckern-/Ecke Stresemannstraße, ist unter dem siebengeschossigen Bürogebäude eine Tiefgarage mit 55 Pkw- und 120 Fahrradstellplätzen geplant. Das Quartier, für das beide Unternehmen eine Investitionssumme von rund 175 Millionen Euro angeben, soll im Jahr 2019 fertig sein.