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Appell von Sozialsenator Mario Czaja : Wohnungen für Flüchtlinge dringend gesucht

Flüchtlinge kommen am Bahnhof Schönefeld an.

Flüchtlinge kommen am Bahnhof Schönefeld an.

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imago/Christian Thiel

Berlin -

Sozialsenator Mario Czaja (CDU) sucht unter Hochdruck nach Unterkünften für Flüchtlinge. Am Mittwoch appellierte er an Privatleute und Immobilienunternehmen, Wohnungen anzubieten. „6000 Flüchtlinge sind als Wohnungssuchende registriert“, sagte er. Davon leben 2500 in Gemeinschaftsunterkünften, obwohl sie bereits eine Aufenthaltsgenehmigung oder Duldung erhalten haben.

Das Evangelische Jugend- und Fürsorgewerk (EJF) berät Flüchtlinge im Auftrag des Landesamts für Gesundheit und Soziales bei der Wohnungssuche. Das Internetportal www.berlin.de/immobilienangebote-fuer-fluechtlinge soll die Vermittlung beschleunigen. Dort können auch Häuser angeboten werden, die als Gemeinschaftsunterkünfte in Frage kommen. Zudem hat das EJF die Telefonhotline 0800/9646-78243 für private Vermieter freigeschaltet. Sie ist an allen Tagen von 8 bis 18 Uhr erreichbar. Unter www.fluechtlinge.willkommen.de werden Zimmer in Wohngemeinschaften vermittelt.

Rund 10.000 Flüchtlinge leben derzeit in Wohnungen. In diesem Jahr kamen bis Ende September 1517 Menschen in 659 Wohnungen unter. 248 wurden von städtischen Immobiliengesellschaften angeboten. „Wir konnten zudem 311 Wohnungen akquirieren, weitere 100 wurden in Eigeninitiative angemietet“, sagte Andreas Eckhoff, Vorstandssprecher des EJF. Im kommenden Jahr sollen 3000 Flüchtlinge Wohnungen beziehen.

53.000 Asylsuchende bislang

Auch die gegenwärtig knapp 100 Gemeinschaftsunterkünfte mit insgesamt 30.000 Plätzen reichen nicht aus. Denn die Zahl der Geflüchteten aus Bayern steigt unkalkulierbar weiter. So hat Passau jetzt die Drei-Länder-Halle leergezogen, in der 1900 Menschen lebten. Ein Teil von ihnen wird zusätzlich zu den rund 600 Ankünften täglich in Berlin erwartet. „Wir haben daher in der vergangenen Nacht eine Turnhalle in einem Oberstufenzentrum eröffnet“, sagte Czaja. 220 Menschen wurden in der Malmöer Straße in Pankow untergebracht.

Am Mittwoch sollte eine weitere Turnhalle eines OSZ an der Prinzregentenstraße in Charlottenburg-Wilmersdorf mit 200 Plätzen bezogen werden. Der Senat wird auf die Belegung von Hallen vorerst nicht verzichten können. Denn leerstehende Häuser können nicht kurzfristig zu Unterkünften hergerichtet werden.

Rund 53.000 Menschen kamen in diesem Jahr bislang nach Berlin. 14.000 wurden in andere Bundesländer verteilt oder sind in andere Länder wie Schweden weitergezogen. Zu den 39.000 in Berlin registrierten Flüchtlingen kommen noch einige Tausend hinzu, deren Daten noch nicht erfasst sind.