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Armutsflüchtlinge in der Eisfabrik: Einzige Lösung: Notunterkunft

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Für die 23 Bulgaren, die zwei Jahre lang in der früheren Eisfabrik in der Köpenicker Straße in Mitte unter unwürdigen Bedingungen gelebt haben, beginnt am Donnerstag erneut die Suche nach einer Unterkunft. Nachdem das Verwaltungsgericht kurz vor Weihnachten die Räumung der Eisfabrik verfügt hatte, brachte der Bezirk Mitte die Bewohner in Hostels unter, finanziert diese Unterbringung jetzt aber nicht weiter.

Bei einem Gespräch am Mittwoch haben Bürgermeister Christian Hanke (SPD) und Sozialstadtrat Stephan von Dassel (Grüne) die 20 Männer und drei Frauen lediglich auf die bestehenden Obdachlosenunterkünfte in der Stadt verwiesen.

„Wir haben den Bewohnern Listen mit den Notunterkünften, den zuständigen Sozialämtern und von Jobpoints übergeben“, sagte Hanke. Laut Bezirk sind die Bulgaren EU-Bürger, die kein Recht auf Sozialleistungen haben. „Der Bezirk ist kein Job- und kein Wohnungsvermittler“, so Hanke.

Die Bulgaren sind enttäuscht, sie wirken ratlos. Sie wollen als Gruppe zusammenbleiben und sich lieber ein neues baufälliges Haus suchen als getrennt in Obdachlosenunterkünfte zu ziehen. Auch ein Zeltlager sei für sie denkbar. Von Dassel sagte zu, am Donnerstag mit der Sozialverwaltung darüber zu reden, ob die Gruppe geschlossen in einer Obdachlosenunterkunft bleiben kann, die auch tagsüber geöffnet hat. Er betonte zugleich, dass die Unterbringung in den Hostels eine „einmalige humanitäre Aktion“ war.

Ab Donnerstag greift für die Bulgaren die übliche Zuständigkeitsregelung. Für Obdachlose ist je nach Geburtstag einer der zwölf Bezirke zuständig, sie werden dort auf die Hilfeeinrichtungen aufgeteilt.