30.12.2011

Astrologen befragt: So ist das Horoskop für Berlin 2012

Von Sabine Deckwerth
Astrologe Georg Stockhorst sagt, wie die Sterne für Berlin 2012 stehen.
Astrologe Georg Stockhorst sagt, wie die Sterne für Berlin 2012 stehen.
Foto: Berliner Zeitung/Gerd Engelsmann
Berlin –  

Wowereit ist unangreifbar und Hertha steigt nicht ab: Der Astrologe Georg Stockhorst hat ein Horoskop für Berlin im Jahr 2012 erstellt.

Es sieht gut aus für die rot-schwarze Koalition in Berlin. Jedenfalls, wenn es nach den Sternen geht. Der Astrologe Georg Stockhorst hat für Berliner Politiker ein Horoskop erstellt. Und nicht nur für sie. Der 49-Jährige betreibt eine Praxis in Charlottenburg und bietet dort astrologische Beratungen an. 

 

Guten Tag, Herr Stockhorst,  hier in Ihrer Praxis sieht es  so gar nicht nach Wahrsagerei aus.

Ich bin kein Wahrsager, ich mache keine Prophezeiungen sondern Berechnungen. Ich bin Astrologe  und  deute Horoskope, für den einzelnen Menschen, für Gebiete.

Für Gebiete?

Ich habe die Stadt in astrologische Zonen eingeteilt  und alle zwölf Sternzeichen  in einen Astrologischen Stadtplan übertragen. So kann man die Energie für jeden Ort deuten und auch für die Menschen, die dort wohnen oder arbeiten. Ich kann Ihnen zum Beispiel sagen, ob Ihre Wohnung zu Ihnen passt. Und ob sie finanziell oder privat günstig für Sie ist.

Nein, bitte nichts Persönliches. Aber das Rote Rathaus  würde mich  interessieren.

Die astrologischen Koordinaten hier sind Waage und Widder. Das bedeutet, der Ort ist geeignet,  Gegensätze zusammenzubringen und trotzdem Handlungsfähigkeit zu bewahren.

Davon macht  Hausherr Klaus Wowereit  dann auch regen Gebrauch? 

Er ist Sternzeichen Waage und hat damit an diesem Standort den Vorteil,  offen für Kurskorrekturen und lernfähig zu sein. Er hat 2012 eine sehr, sehr gute Konstellation. Zumindest bis zu seinem Geburtstag im Oktober ist er unangreifbar.

Das wird ihn freuen nach dem Fehlstart der rot-schwarzen Koalition. 

Der neue Senat hat durchaus Potenzial, Veränderungen herbeizuführen. Allerdings ist zu befürchten, dass sich viel davon im Postengeschacher erschöpfen könnte. Ich  habe mir den 1. Dezember angesehen, den Tag der Vereidigung der neuen Senatoren. Dieser Zeitpunkt steht quasi  dafür, wie Berlin sich in nächster Zeit entwickelt. Der Stadt stehen Veränderungen und Umstrukturierungen bevor. Wirtschaftlich gesehen wird 2012 ein sehr gutes Jahr.

Was heißt das konkret?

Es ist davon auszugehen, dass die Einnahmen überdurchschnittlich steigen. Berlin steht eine finanzielle Konsolidierung bevor. Es werden viele neue Projekte eingeleitet, andere rentieren sich. Auch der Tourismus wird weiter wachsen. 

Wie sieht es denn kosmisch für den neuen  Flughafen in Schönefeld aus, der im Juni öffnet?

Das neue Terminal liegt sensationell  günstig für den Fremdenverkehr, für den Konsum, für  Gastronomie. Die riesigen Shopping-Center dort werden megaprofitabel sein. Er wird viel mehr Gewinne  bringen als der alte Flughafen in Tegel.

Das hätte ich durchaus  auch  vermutet. Und wie begründen Sie das?

Das neue Terminal  liegt in den Sternzeichen Schütze – Stier, Schütze steht für Reisen, Stier ist das Sternzeichen der Marktplätze und steht für lukrative Geschäfte und große Umsätze. Das alte Terminal Schönefeld hingegen lag in Schütze – Steinbock, was eher für Reisebeschränkungen stand.

Was für ein Zufall. Wenn alles so gut aussieht, dann kann sich  der Senat ja zurücklehnen und muss 2012 keine Skandale mehr fürchten?

Ganz so ist es nicht. Jetzt ist die Regierung zwar neu gebildet, aber erst nach einem Jahr  steht ein energetischer Neubeginn an. Vor allem  im November, Dezember 2012 zeigen die Sterne  noch eine haarsträubende Konstellation, da droht eine Krise, da ist  die Koalition in Gefahr.

 Was für eine Krise?

 Überall dort, wo Geld verdient wird, besteht eine große Gefahr der Korruption, insbesondere bei  Bauprojekten. Das könnte den Senat disqualifizieren.

 Wird Wowereit  durchhalten?

Ja, und zwar die ganze Amtszeit.  Er wird sich als Opfer von Umständen hinstellen, die er nicht kontrollieren konnte.  Und das wird ihm abgenommen.

Wie günstig sind denn die Konstellationen für seine Senatoren, für den neuen Innensenator Frank Henkel zum Beispiel?

Er  wird sich  in der Innenverwaltung in Mitte gut behaupten und  eine sinnvolle Verwaltungstätigkeit praktizieren. Schwierige  Entscheidungen wird er annehmen. Entscheidungen, die er trifft, setzt er konsequent um. Von Skandalen um ihn ist nicht auszugehen. 

Trifft das auch für die anderen CDU-Senatoren zu?

Gesundheitssenator Mario Czaja kommt voran, er kann sich durchsetzen, er kann inhaltlich sehr viel erreichen. Er ist eine günstige Besetzung, er bringt frischen Wind.  Die parteilose Wirtschaftssenatorin Sybille von Obernitz hingegen  hat eine ungünstige Konstellation, es sieht so aus, als ob sie ihrem Job nicht gewachsen ist. Sie hat keine  Autorität, Veränderungen herbeizuführen.

Und wie sieht es bei der SPD aus?

Der  Senator für Stadtentwicklung, Michael Müller (SPD), hat eine sehr solide Konstellation, er dürfte sich in seiner Verwaltung in der Württembergischen Straße sehr zu Hause fühlen, agiert dort  eher aus dem  Hintergrund. Er wird auf jeden Fall durchhalten. Auch dem parteilosen Finanzsenator Ulrich Nußbaum entspricht der Ort der Finanzverwaltung in der Klosterstraße. Er hat dort eine gute Stellung. Schwierig  wird es für   Bildungssenatorin  Sandra Scheeres (SPD). Ihre  Sympathiewerte,  ihre Bereitschaft für  Veränderungen dürften groß sein. Ob sie sich durchsetzen kann, ist fraglich. Auch sie wird sich halten.

Dann gibt es noch Integrationssenatorin Dilek Kolat (SPD).

Sie macht sich  einerseits zum Diener der Institution, dürfte  aber versucht sein, sich besonders zu profilieren. Sie könnte  Sachthemen aus dem Auge verlieren. 

Wie hoch ist denn die  Wahrscheinlichkeit  Ihrer Prognosen?

 Ich glaube fest daran, dass die Zukunft nicht festgelegt ist, sondern erst entsteht. Die Zeit besteht aber aus Strukturen, so dass wir zumindest die Ereigniszeitpunkte und auch die Entwicklungsthemen vorher berechnen können.

Noch eine Frage für alle Fußball-Fans. Gelingt Hertha mit Trainer  Skibbe der Klassenerhalt?

Hertha wird nicht absteigen. Die Probleme halten aber auch in der ersten Jahreshälfte 2012 an. Erst 2013 setzt  eine günstige Entwicklung ein.  Die Wahrscheinlichkeit, dass auch der neue Trainer  entlassen wird, ist hoch, besonders in der zweiten Jahreshälfte.

Steigt Union in die erste Liga auf?

Der 1. FC Union hat 2012 und 2013 eine gute Erfolgskonstellation. Da ist eine längerfristige Konsolidierung zu erwarten.

Dann sprechen wir uns in einem Jahr wieder…

Gern. Ich bin auch gespannt, wie sich alles entwickeln wird !

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