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Ausbildung in Berlin: Immer mehr Migranten im Öffentlichen Dienst

Junge auszubildende Migranten der Aktion "Berlin braucht dich!". Der Senat wirbt damit für Berufe bei der BVG, in der Verwaltung und bei der Polizei.

Junge auszubildende Migranten der Aktion "Berlin braucht dich!". Der Senat wirbt damit für Berufe bei der BVG, in der Verwaltung und bei der Polizei.

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BQN Berlin

Jeder fünfte neue Azubi im Öffentlichen Dienst Berlins hat ausländische Wurzeln. Der Anteil der Auszubildenden mit Migrationshintergrund stieg 2013 um 2,1 Punkte auf 20,5 Prozent, teilte die Integrationsbeauftragte Monika Lüke am Mittwoch mit. Die Landesbetriebe steigerten deren Anteil im vergangenen Jahr sogar um 5,5 Punkte auf jetzt 22,6 Prozent. Auch die Polizei gehört zu den Spitzenreitern in Berlin: Dort kam fast jeder Vierte (22,8 Prozent) der neuen Auszubildenden aus einer Einwandererfamilie. Auch die Senatsverwaltungen hätten ihr Ziel erreicht, ein Viertel ihrer Auszubildenden aus Migrantenfamilien zu rekrutieren. Nachholbedarf sieht Lüke etwa in der Finanzverwaltung, beim Justizvollzugsdienst und in den Gerichten sowie bei der Berliner Feuerwehr.

Deutliche Steigerung in Bezirken

Besonders positiv war die Entwicklung bei den Betrieben mit Landesbeteiligung, wo eine Quote von 22,6 Prozent erreicht wurde (Vorjahr 17,1 Prozent). Von den 710 Ausbildungsplätzen, die in öffentlichen Unternehmen Berlins neu besetzt wurden, entfielen 83 Prozent auf die vier größten Betriebe: auf Vivantes 326, auf die Berliner Verkehrsgesellschaft 136, auf die Berliner Wasserbetriebe 61 und auf die Berliner Stadtreinigung 64.

In einzelnen Bezirken stieg der Anteil der neuen Azubis mit Migrationshintergrund deutlich, so im Bezirksamt Spandau von 15,8 Prozent im Jahr 2012 auf 50 Prozent 2013, in Marzahn-Hellersdorf stieg die Quote um 25,3 Punkte, in Treptow-Köpenick von 5,3 Prozent auf 15,0 Prozent.

Feuerwehr soll aufholen

Für Berlins Integrationsbeauftragte Monika Lüke dokumentieren die Zahlen eine ermutigende Entwicklung: „Das angestrebte Ziel, dass sich die gesellschaftliche Vielfalt in allen Bereichen, gerade auch im Öffentlichen Dienst widerspiegelt, haben wir leider immer noch nicht erreicht", sagte sie. Andererseits fänden sich sowohl in der Hauptverwaltung als auch auf Bezirksebene oder bei den Landesbetrieben sehr viele positive Beispiele. Insbesondere die Polizei nähme seit Jahren einen Spitzenplatz ein, wenn es darum gehe, junge Menschen aus Einwandererfamilien auszubilden und in den Dienst zu übernehmen. "Nachholbedarf hat weiterhin die Berliner Feuerwehr," sagte Lüke. (dpa/BLZ)