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Bahnlärm: Wenn Güterzüge die Ruhe rauben

Der Lärmschutz gegen die Güterzüge soll kommen - es dauert aber.

Der Lärmschutz gegen die Güterzüge soll kommen - es dauert aber.

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Berliner Zeitung

Berliner, die unter dem Lärm von Güterzügen leiden, müssen noch viele Jahre auf Besserung warten. Das geht es einer Antwort von Verkehrs-Staatssekretär Christian Gaebler (SPD) auf eine Anfrage des Grünen-Abgeordneten Stefan Gelbhaar hervor. Zwar seien in das Lärmsanierungsprogramm des Bundes, mit dem Schallschutzwände und Schallschutzfenster finanziert werden, Berliner Bahnstrecken mit einer Gesamtlänge von 41,4 Kilometer einbezogen worden. Doch die Realisierung werde sich hinziehen.

So gehe der Bund davon aus, dass die Planung für den nördlichen Innenring erst in fünf bis zehn Jahren beginnt. Davon würden unter anderem Anlieger in Moabit, Wedding, Gesundbrunnen, im Umfeld der Schönhauser Allee, der Wichert- und der Storkower Straße profitieren, so Gaebler.

In der nächsten Stufe sehe das Programm Lärmsanierungen in Grunewald und im Südosten Berlins vor – zum Beispiel in Schöneweide, Adlershof und Bohnsdorf, aber auch in Karlshorst und Köpenick. Dort soll die Planung erst in zirka zehn Jahren beginnen, teilte Gaebler mit.

Zuletzt käme in Berlin der östliche Außenring an die Reihe. Zu ihnen zählen Bahnanlieger in Karow, Hohenschönhausen, Malchow und Biesdorf. Dort werde mit einem Planungsbeginn in rund 15 Jahren gerechnet, hieß es. Bei dem Lärmsanierungsprogramm handele es sich um „eine freiwillige Leistung, auf die kein Rechtsanspruch besteht“.

Wagen werden umgebaut

Auf 23 Kilometer gab es schon Lärmsanierungen, etwa entlang der Stadtbahn und in Nikolassee. Dort und auf anderen Abschnitten ließ die Bahn Schienenabsorber einbauen. Sie dämpfen Lauf- und Quietschgeräusche an der Quelle – ein wirkungsvolles Mittel, wie Fachleute meinen. Allerdings seien in Berlin keine weiteren Bauvorhaben dieser Art geplant, so Gaebler. Bahn und Bund setzen darauf, Güterwagen mit Bremssohlen auszurüsten, die für glatte Laufflächen der Räder sorgen und den Lärm halbieren.

Entlang der Stettiner Bahn in Richtung Bernau setzt sich die Bürgerinitiative „Berlin Nord-Ost – gesund leben an der Schiene“ (BINO) dafür ein, dass die Lärmbelastung verringert wird. Schon jetzt fahren dort laut Bahn 46 Güterzüge am Tag und in der Nacht. „Wir brauchen eine echte Lärmwende mit einem Masterplan auf Bundesebene“, so der BINO-Sprecher Ralf Driesener.