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Bauboom am Berliner Hauptbahnhof: Europacity wird zum Wohnquartier

Aushängeschild und Zentrum der Europacity – der Hauptbahnhof. In den nächsten 10 bis 15 Jahren entsteht dort ein neues Stadtquartier.

Aushängeschild und Zentrum der Europacity – der Hauptbahnhof. In den nächsten 10 bis 15 Jahren entsteht dort ein neues Stadtquartier.

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Berliner Zeitung/Hans Richard Edinger

In der Europacity am Hauptbahnhof ist in diesem Monat einer der größten Grundstücksverkäufe über die Bühne gegangen. Ein Joint Venture der Unternehmen Benson Elliot und Kauri CAB Development hat ein Baugebiet von zweieinhalb Hektar Fläche erworben. Das Areal zwischen der Heidestraße und dem Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal, das nördlich an den künftigen Otto-Weidt-Platz grenzt, gehörte bisher dem österreichischen Immobilienunternehmen CA Immo. Wie dessen Sprecher Markus Diekow sagt, sollen dort 490 frei finanzierte Mietwohnungen errichtet werden.

Cafés am Stadtplatz

In dem neuen Viertel ist auch eine Kita mit 45 Plätzen geplant. Zudem sollen weitere Büro- und Geschäftshäuser errichtet werden. Entlang der Heidestraße, die vom Senat zu einem Boulevard ausgebaut wird, sowie am künftigen Stadtplatz sind in den Erdgeschossen Geschäfte, Restaurants und Cafés vorgesehen.

Doch wie die Häuser einmal aussehen werden, steht noch nicht fest. Konkrete Planungen oder Architekturentwürfe gibt es nicht. Dennoch betonen die neuen Eigentümer, dass die Bauarbeiten noch in diesem Jahr beginnen sollen, so dass die ersten Wohnungen Ende 2018 bezogen werden könnten. Etwa 300 Millionen Euro wollen sie insgesamt investieren.

CA Immo ist der bisher größte Investor am Hauptbahnhof, das Unternehmen hat schon Hotels etwa für Steigenberger und Bürogebäude wie das Total-Hochhaus errichtet. „Schon bald werden in der Europacity nicht nur Büromitarbeiter zu ihren Gebäuden eilen, sondern die Berliner werden hier leben oder entlang der Uferpromenade flanieren“, sagt Guido Schütte, CA Immo-Chef in Berlin. Wie Hagen Kahmann, Geschäftsführer der auf Wohnungsbau spezialisierten Kauri CAB Development, sagt, zähle das Areal zu einem der interessantesten innerstädtischen Quartiere für Wohnraum.

Mehr als 1500 neue Wohnungen

Das Unternehmen besitzt in Berlin schon etwa 3000 Wohnungen. Für das neue Quartier in der Europacity soll jetzt mit Senatsbaudirektorin Regula Lüscher ein Architekturwettbewerb abgestimmt werden. Ein alter Kornspeicher, der unter Denkmalschutz steht, soll erhalten und in das neue Viertel integriert werden, sagt Projektleiter Luca Bauernfeind. „Für uns steht Qualität im Vordergrund.“

Schon vor einer Woche hatte die CA Immo den Verkauf einer Baufläche an die Buwog Group bekanntgegeben, die südlich des künftigen Stadtplatzes 200 Wohnungen sowie ein Büro- und Geschäftshaus errichten will. Dort soll der Baustart im Frühjahr 2017 erfolgen. Schon in diesem Jahr will die Hamburger Firma Richard Ditting GmbH direkt daneben mit dem Bau von weiteren 550 Wohnungen beginnen. Insgesamt entstehen damit in der Europacity in den kommenden zwei bis drei Jahren mehr als 1500 neue Wohnungen.