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Bauprojekt in Berlin: In Neukölln soll ein Neubaublock der Zukunft entstehen

Der Hof als Treffpunkt: So soll der Neubau in der Briesestraße aussehen.

Der Hof als Treffpunkt: So soll der Neubau in der Briesestraße aussehen.

Foto:

EM2N Architekten

Es ist ein Experiment. Mieter leben in ihrer eigenen Wohnung, doch gleichzeitig können sie zusammen mit den anderen Hausbewohnern den gemeinsamen Innenhof und breite Laubengänge nutzen. Platz, auf dem Kinder spielen und die Eltern sich zum Kaffeeklatsch treffen können.

„Es geht uns um das gemeinschaftliche Wohnen“, sagt Ute Sprickmann-Kerkerinck von der Wohnungsbaugesellschaft Stadt und Land. Das landeseigene Unternehmen will in der Briesestraße in Neukölln einen Neubaublock mit rund 100 Wohnungen errichten. Es soll ein Bau werden, der in die Zukunft weist.

Das Projekt ist eines von vier Vorhaben in der Kategorie „Neue Formen städtischen Wohnens“, die Senatsbaudirektorin Regula Lüscher am Dienstag präsentierte – und es sticht besonders hervor. Zu dem Konzept gehört der Bau mehrerer Gemeinschaftswohnungen. Das sind Ein- und Zweizimmerwohnungen mit eigenem Bad und einer Kochnische, die Anschluss an weitere Gemeinschaftsräume haben. Dort kann beispielsweise zusammen gegessen oder gespielt werden. Ideal für eine Senioren-WG – in der jeder seinen Rückzugsraum hat. „Es gibt schon Interessenten“, sagt Ute Sprickmann-Kerkerinck.

Atelier-Wohnungen

Geplant sind zudem Atelier-Wohnungen. „Das sind Wohnungen, die noch ein Arbeitszimmer oder ein Atelier haben“, so Ute Sprickmann-Kerkerinck. Bei dem Projekt sollen zugleich die Kosten reduziert werden. Das gelingt mit den Laubengängen, durch die die sonst üblichen Flure und Treppenhausflächen verringert werden. Auch Abstriche bei den Standards soll es geben. So will die Stadt und Land die Gemeinschaftswohnungen und die Atelier-Wohnungen als „veredelten Rohbau“ errichten. Das heißt, dass die Wände nur malerfertig hergestellt werden – für den Anstrich müssen die Mieter selbst sorgen. Auch der Bodenbelag soll von den Mietern gelegt werden.

30 der 100 Wohnungen sind als Sozialwohnungen geplant – die zurzeit im Schnitt für 6,50 Euro kalt pro Quadratmeter vermietet werden. Die Miete über alle Wohnungen gerechnet soll unter zehn Euro kalt pro Quadratmeter bleiben.

Die übrigen Projekte stammen von der Gewobag, der Gesobau und der Wohnungsbaugesellschaft Mitte. Sie sind aber überwiegend noch nicht so weit durchgeplant wie das Vorhaben der Stadt und Land in Neukölln.