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BER Ausstellung „Zuhause am Flughafen": Eine Vernissage versucht's zu richten

Werbung für einen Unvollendeten.

Werbung für einen Unvollendeten.

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dpa/Hirschberger

Berlin -

Schon gewusst? „Der Flughafen bringt Chancen und Belastungen mit sich.“ Wer hätte das gedacht. „Die Flughafenregion bietet auch zukünftig eine hohe Lebensqualität.“ Wer Gemeinplätze verabscheut, wird in der Ausstellung „Zuhause am Flughafen – Gemeinsam in die Zukunft“ Pickel bekommen. Doch allein schon dass es sie gibt, ist etwas Besonderes. Eine Schau, wie sie am Montag in Schönefeld vorgestellt wurde, hat es lange nicht mehr gegeben.

Der vorerst letzte Versuch, Berlinern und Brandenburgern die Segnungen des BER nahe zu bringen, endete vor mehr als zwei Jahren abrupt. Unter dem Motto „Willy Brandt begrüßt die Welt“ hatte die Agentur Scholz & Friends den Namensgeber des Flughafens mit Menschen aus der Gegenwart zusammengebracht. Brandt gab Barack Obama und Rucksacktouristen die Hand oder nahm einen Fluggast aus dem Fernen Osten in den Arm. Doch dann kam wenige Tage vor Ultimo heraus, dass aus der für den 3. Juni 2012 geplanten Eröffnung leider nichts werden sollte. Die Plakate mit dem Friedensnobelpreisträger, die dieses Datum stolz verkündeten, landeten im Altpapier.

Negative Schlagzeilen gibt es ja genug

Seitdem herrschte Funkstille, was Werbung für den BER anbelangt. Langweilig war es nicht, denn es gab genug Pleiten und Pannen, die für Abwechslung sorgten. Aber manch einer fragte sich: Wo bleibt das Positive? Von Flughafenchefs und dem Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit hat man lange nicht mehr gehört, warum der BER gut für die Region sein soll, geschweige denn von Brandenburgs Ministerpräsidenten Dietmar Woidke. Das Positive? Ja, weiß der Teufel, wo das bleibt, hätte Erich Kästner geantwortet.

Die Ausstellung des Dialogforums Airport Berlin Brandenburg, in dem Gemeinden und Landkreise vertreten sind, will das nun nachliefern. Zehn Stelltafeln zeigen blühende Gärten in Neubaugebieten, spielende Kinder oder eine Frau im Blaumann, die einen Arbeitsplatz ergattert hat – schöne neue BER-Welt! Kein Wort über die Anwohner, die weiterhin auf Lärmschutz warten. Kein Wort über die Grüngebiete, die verlärmt werden.

Neuer Ansatz zum Dialog

Verlogen ist die Ausstellung dennoch nicht. Alle anderen Flughafenregionen dieser Welt boomen, rund um den BER wird das nicht anders sein. Schon jetzt steigen die Grundstückspreise. Selbst nach Blankenfelde-Mahlow, wo der Fluglärm enorm sein wird, ziehen immer mehr Menschen.

So sparsam und simpel die Schau daherkommt, sie könnte tatsächlich zum Dialog anregen – zwischen alteingesessenen Gegnern und zugezogenen Befürwortern. Schade nur, dass sie derzeit noch nicht öffentlich ist. Nach der Vernissage verschwand sie wieder hinter geschlossenen Türen.



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