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BER-Eröffnungstermin erst 2014: „Es gibt keinen Zeitdruck“

Vielleicht kommen 2015 die ersten Koffer am BER an. Oder doch erst 2016?

Vielleicht kommen 2015 die ersten Koffer am BER an. Oder doch erst 2016?

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dpa/Patrick Pleul

Wann wird der BER eröffnet? Schon seit Monaten bleibt die Flughafengesellschaft FBB die Antwort auf die wichtigste Frage zu ihrem Projekt schuldig. Jetzt sieht es so aus, als ob dies noch länger so bleiben wird. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) nannte keinen Zeitpunkt mehr, wann mit der Bekanntgabe des Eröffnungstermins zu rechnen ist.

„Das kann ich Ihnen heute noch nicht sagen“, sagte Wowereit, der kommissarischer Vorsitzender des Flughafen-Aufsichtsrates ist, der Berliner Zeitung. „Es gibt da auch keinen absoluten Zeitdruck in Richtung eines konkreten Termins.“ Aus dem Aufsichtsrat hieß es, dass möglicherweise erst im zweiten Halbjahr 2014 feststeht, wann der Flughafen BER den Betrieb aufnehmen wird. Das Kontrollgremium tagt an diesem Mittwoch.

Bisher hatte die FBB stets nur die Eröffnung des Flughafens verschoben. Doch im August kündigte deren Chef Hartmut Mehdorn an, dass sich auch die für Oktober geplante Bekanntgabe des Eröffnungstermins verzögern wird. Darum erwartet niemand mehr, dass er in der Aufsichtsratssitzung am heutigen Mittwoch dazu etwas sagen wird.

Bekanntgabe erst 2014

Wowereit zeigte dafür Verständnis. „Wichtig ist, dass die Arbeiten weiter gehen und Fortschritte erkennbar sind. Die Erfahrung hat gezeigt, dass eine definitive Terminverkündung mit hohen Risiken verbunden ist“, sagte er. „Bevor wir also nicht sehr sichere Erkenntnisse über einen Zeitplan für die Eröffnung haben, bin ich auch nicht bereit, einen festzulegen.“ Sicher sei schwer nachzuvollziehen, warum der Termin so lange auf sich warten lässt.

„Aber wenn eine Sache so schiefgegangen ist, dann ist sie auch schwer zu korrigieren. Und heute ist es – nach den schlechten Erfahrungen der Vergangenheit – in den komplizierten technischen Genehmigungsfragen noch schwerer geworden, Kompromisse zu verabreden“, teilte der Regierende mit.

Ein Eröffnungstermin könne erst genannt werden, wenn absehbar ist, dass die restlichen Arbeiten am BER gut verlaufen, wurde im Umfeld des Aufsichtsrates bestätigt. Da Siemens erst damit beginnt, die Steuerung der Entrauchungsanlage zu überarbeiten, wäre dies erst später im Jahr 2014 möglich. Auch andere Arbeiten seien nicht weit gediehen. Laut FBB liegt inzwischen die Genehmigung der Bauaufsicht für den Umbau der Sprinkleranlage am Nordpier vor. Die Anlage soll in drei unabhängige Teile getrennt werden, um sie endlich funktionsfähig zu machen. Am Nordpier könnten die Umbauarbeiten bis Anfang 2014 abgeschlossen sein, hieß es. Anschließend könne dort der Probebetrieb des BER mit wenigen Flugzeugen beginnen, wie ihn Mehdorn plant.

Amann soll gehen

Doch auch dazu will sich der Aufsichtsrat nicht festlegen. „Aus unserer Sicht ist das vor allem ein Hobby von Herrn Mehdorn“, hieß es. „Wichtig ist, dass die Gesamtinbetriebnahme klappt.“
Über Personalfragen wird ebenfalls nicht entschieden. Zwar rief Wowereit Mehdorn und Technik-Chef Horst Amann auf, ihren Streit beizulegen. „Die Geschäftsführung hat die Aufgabe, dieses Projekt an den Start zu bringen“, sagte er. „Es ist nicht hilfreich, wenn man nicht miteinander arbeitet, sondern gegeneinander.

Dafür werden sie nicht bezahlt. Sie haben den Auftrag, gemeinsam die Geschäfte zu führen. Da ist nicht alles rundgelaufen.“ Während viele im Aufsichtsrat fordern, Amann mit der geforderten siebenstelligen Abfindung gehen zu lassen, scheut Wowereit jedoch dem Vernehmen nach die Kosten.

Wie berichtet bleibt auch die Frage offen, ob Wowereit wieder Aufsichtsratsvorsitzender wird. Wann gewählt wird, stünde nicht fest, sagte er. Brandenburgs Regierung ließ die Bereitschaft erkennen, wieder einen Vertreter Berlins an der Spitze des Aufsichtsrates mitzutragen. Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) sagte am Dienstag , es werde einen Konsenskandidaten geben. Abzuwarten sei aber zunächst das Ergebnis der Koalitionsverhandlungen im Bund. Davon hänge ab, wer das Verkehrsressort besetzt und die schwarz-rote Bundesregierung im Aufsichtsrat vertritt. Er sehe keine Notwendigkeit, sagte auch Woidke, über den Vorsitz des Kontrollgremiums „ganz schnell eine Entscheidung zu treffen“.