blz_logo12,9

BER: Flughafen-Architekt wehrt sich gegen Vorwürfe

Eine Inbetriebnahme des BER für das Jahr 2016 soll „akut gefährdet“ sein.

Eine Inbetriebnahme des BER für das Jahr 2016 soll „akut gefährdet“ sein.

Foto:

dpa

Selbst wenn die Brandschutztechnik funktionstüchtig gewesen wäre, hätte der neue Berliner Flughafen BER offenbar nicht wie geplant im Juni 2012 eröffnen können. Das sagte der Architekt Hans-Joachim Paap am Freitag vor dem BER-Untersuchungsausschuss im Abgeordnetenhaus. Paap war bis Mai 2012 einer der Chefplaner des Bauprojekts. Unter anderen hätte die Notstromversorgung nicht funktioniert, die Parkhäuser waren noch nicht abgenommen, es fehlte eine Datenverbindung zur Feuerwehr. „Der Flughafen wäre am Tag der Eröffnung zusammengebrochen“, sagte Paap.

Der Architekt, der für das Büro Gerkan, Marg und Partner arbeitet, wehrte sich gegen Vorwürfe, er sei für wesentliche Planungsfehler und damit für das Scheitern der Eröffnung verantwortlich. Hauptgründe seien Hunderte von Änderungswünschen gewesen und die kleinteilige Auftragsvergabe – zeitweise arbeiteten 1 500 Firmen am BER.

Nach Paaps Darstellung verhängte die Flughafengesellschaft (FBB) zwar wiederholt Planungsstopps, um das ausufernde Projekt einzudämmen. Diese seien jedoch von einzelnen Abteilungen der FBB unterlaufen worden. Überhaupt habe sich der Bauherr beratungsresistent gezeigt, Technik-Vorstand Manfred Körtgen sei für die Planer kaum zu sprechen gewesen.

Auf die Frage, warum er sich mit seinen Bedenken vor der geplanten Eröffnung nicht direkt an den Aufsichtsrat gewendet habe, sagte Paap, dies habe er nicht gedurft. In den letzten Monaten sei es sogar verboten gewesen, in E-Mails ein mögliches Scheitern des Eröffnungstermins zu erwähnen.