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Berggruen-Museum: Baupfusch? Ministerium sagt Nein

Das Museum Berggruen in Charlottenburg besteht aus dem Haupthaus (vorn) und dem Kommandantenhaus (r.).

Das Museum Berggruen in Charlottenburg besteht aus dem Haupthaus (vorn) und dem Kommandantenhaus (r.).

Foto:

dpa/Paul Zinken

Nur sieben Monate nach der Eröffnung musste der Erweiterungsbau des Berggruen-Museums in Charlottenburg wieder schließen. Vom Dach aus hatte sich großflächig Schimmel im Haus ausgebreitet. Das war Ende Oktober. Die Frage nach den Verantwortlichen für den offensichtlichen Baupfusch bleibt weiter offen. Die Arbeiten, die 7,6 Millionen Euro kosteten, gingen unter der Aufsicht des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung vonstatten. Vermutet wurde, dass bei der Bauabnahme nicht so genau hingesehen wurde, bestehende Mängel nicht erkannt wurden.

Doch das Bundesbauministerium weist jegliche Schuld seiner Behörde zurück. Das geht aus den Antworten auf Fragen der Berliner Bundestagsabgeordneten Lisa Paus (Grüne) hervor. Die Bauabnahme, heißt es in dem Schreiben, das der Berliner Zeitung vorliegt, sei ordnungsgemäß durchgeführt worden. Wesentliche und erkennbare Baumängel bei allen in der Zuständigkeit der Bundesregierung durchgeführten Baumaßnahmen blieben in der Regel nicht unentdeckt. Das Ministerium ist sich sicher: „Die Mängel sind erst bei der späteren Inbetriebnahme aufgetreten und erkennbar geworden.“

Lisa Paus, die ihren Wahlkreis in Charlottenburg-Wilmersdorf hat, kann diesen Angaben nicht so recht glauben. Sie sagt: „Ich zweifle daran, dass zum Zeitpunkt der Bauabnahme keine Mängel bestanden haben sollen und jetzt – nach nur sieben Monaten – der ganze Anbau verschimmelt ist.“

Der Anbau des Berggruen-Museums, für den der einstige Sitz der Preußischen Militärkommandantur am Spandauer Damm hergerichtet wurde, muss erneut saniert werden. Die rund 70 Werke von Paul Klee aus der Berggruen-Sammlung, die im dritten Stock hingen und wegen des Schimmels weggebracht werden mussten, sind jetzt im östlichen Stülerbau zu sehen, wo die Sammlung Scharf-Gerstenberg beheimatet ist. Bilder von Matisse und Giacometti aus dem geschlossenen Erweiterungsbau wurden im Haupthaus aufgehängt. Die Sanierung soll ein Jahr dauern. Wie viel Geld sie kostet, ist unbekannt.