blz_logo12,9

Berlin: Neubau an Michelangelostraße : 2700 neue Wohnungen für den Prenzlauer Berg

Viel Platz für Neues: Auf Wiesen und Parkplätzen werden nun Häuser gebaut.

Viel Platz für Neues: Auf Wiesen und Parkplätzen werden nun Häuser gebaut.

Foto:

berliner zeitung/markus wächter

Die Bewohner in der Michelangelostraße in Prenzlauer Berg waren sehr verwundert, als vor einigen Tagen ein Schreiben ihrer Wohnungsbaugenossenschaft WBG Zentrum in den Hausfluren hing, in dem sie über den Sieger eines städtebaulichen Wettbewerbs informiert wurden, der ihr Viertel umbauen soll. Mehr erfuhren sie nicht. Seitdem kursieren Gerüchte und Spekulationen, viele der meist älteren Bewohner sind irritiert, was vor ihrer Haustür geschehen soll. „Bis heute weiß hier niemand, was geplant ist“, sagt Uwe Mühlenberg, der seit 1988 in dem Viertel wohnt.

Tatsächlich haben das Bezirksamt Pankow und der Senat Großes vor in der weiträumig angelegten Siedlung mit den Häusern, die zwischen 1950 und 1970 gebaut wurden. Bis zu 2 700 Wohnungen sollen entlang der Michelangelostraße gebaut werden, es entsteht ein neues Wohnviertel mit einer neuen Schule, einer Kita, einer Dreifachsporthalle, einem Einkaufscenter und sozialen Projekten. Etwa 6 000 Menschen könnten in dem neuen Viertel leben.

Zügige Umsetzung geplant

Im Dezember 2014 hat der Senat den Sieger des städtebaulichen Wettbewerbs bekannt gegeben, es ist der Hamburger Architekt Frank Görge. Etwa 1 500 Wohnungen wollen kommunale Baugenossenschaften und weitere Gesellschaften errichten. Auch Baugruppen sollen beteiligt werden. Senatsbaudirektorin Regula Lüscher lobt, der Bestand an Wohnungen werde gut in das neue Konzept integriert, das Viertel werde aufgewertet. Etwa 700 Parkplätze fallen weg.

Foto:

Blz

Pankows Baustadtrat Jens-Holger Kirchner (Grüne) lässt keinen Zweifel an einer zügigen Umsetzung des Siegerentwurfs. „Ob dort gebaut wird, darüber gibt es keine Diskussionen mehr“, sagt er. Nun werde ein Bebauungsplan aufgestellt, die ersten Häuser sollen Anfang 2018 entstehen, die letzten 2020 fertig sein. „Alle wollen, dass dort gebaut wird“, so Kirchner. Vorsichtiger formuliert es der Sprecher der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Martin Pallgen. Er verweist auf die Bürgerbeteiligung, die jetzt beginnen werde. „Das ist ein erster Entwurf, so können wir uns das vorstellen“, sagt er. Es stehe keineswegs alles fest. Die Anwohner werden das zur Kenntnis nehmen.