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Berlin-Adlershof: 50 Flüchtlinge beziehen neues Heim

Protest gegen die NPD vor dem neuen Flüchtlingsheim in Adlershof. Viele hießen die Menschen willkommen.

Protest gegen die NPD vor dem neuen Flüchtlingsheim in Adlershof. Viele hießen die Menschen willkommen.

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Christian Mang

Ein neues Flüchtlingsheim ist am Mittwoch in Berlin-Adlershof eröffnet worden. In das Haus ziehen nach Angaben des Landesamts für Gesundheit und Soziales allerdings keine Flüchtlinge aus der umstrittenen besetzten Kreuzberger Schule ein.

Stattdessen sollen bis zu 210 Menschen untergebracht werden, die vorher in Erstaufnahmeeinrichtungen lebten. Viele von ihnen kämen aus Syrien, Afghanistan, Bosnien-Herzegowina, Serbien oder Vietnam.

Am Mittwoch zogen zunächst 50 Flüchtlinge in das Berolina Airport Hotel. Der Einzug wurde begleitet von Protesten der rechtsextremen NPD, die gegen die Unterkunft sind, und Gegendemonstranten sowie Anwohner, die die Flüchtlinge willkommen hießen.

Wegen des enormen Flüchtlingszustroms müssen in Berlin seit dem vergangenen Jahr immer wieder zusätzliche Gemeinschafts- und Notunterkünfte gefunden werden. Ihrem Umzug regeln die Flüchtlinge einer Sprecherin zufolge selbst: „Jeder packt seinen Koffer und bekommt einen U-Bahn-Fahrschein“, sagte sie.

Unterkunft für Oranienplatz-Flüchtlinge

Der Berliner Senat und die katholische Caritas haben sich auf die weitere Unterbringung von 80 ehemals auf dem Oranienplatz campierenden Flüchtlingen geeinigt. Nach dpa-Informationen vom Mittwochabend kann die Gruppe dabei wie von ihr ausdrücklich gewünscht zusammenbleiben. Die Caritas hatte ihr vor kurzem zwei Wochen länger Obdach gewährt als geplant. Ihre Beherbergung in der Residenzstraße war ursprünglich bis Ende Mai befristet. Zu der neuen Bleibe und zum Umzugstermin wurde zunächst nichts bekannt.

Die Senatsverwaltung für Soziales hatte den Flüchtlingen in der Vergangenheit eine Unterkunft in zwei Gebäuden angeboten, die Gruppe will aber nicht getrennt werden. Die Flüchtlinge hatten monatelang in Zelten auf dem Oranienplatz gelebt, bevor die Caritas sie im November im Rahmen der Kältehilfe vorübergehend aufnahm. Der katholische Verband verlängerte ihre Unterbringung schon zum zweiten Mal. Danach dürfen die Flüchtlinge bis Mitte Juni in dem ehemaligen Seniorenheim im Stadtteil Wedding bleiben.

Mehr Asylsuchende aufgenommen

Berlin hat in den vergangenen Jahren deutlich mehr Kinder und Jugendliche aufgenommen, die in Deutschland Asyl suchen. Die Zahl verdreifachte sich innerhalb von drei Jahren nahezu. Wurden 2011 noch 625 Asylbegehrende unter 16 Jahren aufgenommen, waren es im vergangenen Jahr 1744. Das antwortete die Senatsverwaltung für Soziales auf eine Anfrage der Berliner Abgeordneten Marianne Burkert-Eulitz (Grüne).

Insgesamt bekamen Ende 2013 etwa 5800 Minderjährige Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz. Im Mai lebten etwa 2700 Asylsuchende unter 18 Jahren in Aufnahmeeinrichtungen, Gemeinschafts- und Notunterkünften. Wie viele von ihnen Kitas oder Schulen besuchen, wird nach Angaben der Senatsverwaltung nicht erfasst. Bekannt sei lediglich, dass etwa 2940 Schüler in sogenannte Lerngruppen für Neuzugänge ohne Deutschkenntnisse gehen. (dpa)