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Berlin-Köpenick Salvador-Allende-Straße: Rechter Brandanschlag auf Flüchtlingsheim

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dpa

Zwei Rechtsextreme haben in der Nacht zum Mittwoch versucht, einen Anschlag auf das Ausländerwohnheim in der Salvador-Allende-Straße in Köpenick zu verüben. Die 21 und 20 Jahre alten Männer schlichen sich gegen 23 Uhr auf das Gelände. Sie besprühten eine Tür mit Benzin und zündeten sie an. Dabei riss einer der beiden den rechten Arm in die Höhe und zeigte den Hitlergruß. Anschließend flüchteten die Feuerleger. Kaum hatten sie das Gelände verlassen, erloschen die Flammen von selbst. Die Tür, die einen Notausgang verschließt, ist aus Stahl. Verletzt wurde niemand.

Ein 26 Jahre alter Bewohner war Zeuge des Anschlags. Er informierte einen Wachmann, der sich im Eingangsbereich aufgehalten hatte. Der Sicherheitsmann informierte die Polizei. Mehrere Streifen trafen kurz danach am Heim ein. Es dauerte nicht lange, bis Fahnder die beiden mutmaßlichen Täter noch in der Nähe des Tatortes festnahmen. Die Männer waren bei der Brandstiftung von einer Überwachungskamera gefilmt worden. Diese Bilder belegen ihre Tat. Der polizeiliche Staatsschutz hat die Ermittlungen wegen versuchter schwerer Brandstiftung übernommen. Inzwischen wurde bekannt, dass die beiden Festgenommenen in Berlin noch nicht wegen politzisch motivierter Straftaten aufgefallen sind. Der ältere jedoch ist im Polizeicomputer in Brandenburg registriert. Näheres zu den Männern teilte die Polizei nicht mit. Offenbar waren sie alkoholisiert, denn ihnen wurde Blut abgenommen. Es sei schon eigenartig, wenn zwei Männer mit einer Sprühflasche, gefüllt mit Benzin, eine Stahltür anzünden wollen, sagten Fahnder. Die Männer werden noch vernommen. Ob Haftbefehle gegen sie beantragt werden, ist noch nicht geklärt.

Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) verurteilte scharf die fremdenfeindliche Tat. Der Anschlag zeige die konkrete Gefahr, die von rechtsextremem Gedankengut ausgehen kann, teilte er mit. Solche Taten seien nicht zu tolerieren. „Berlin ist eine weltoffene Stadt, und sie wird diesen Anspruch auch verteidigen“, so der Senator. „Anschläge auf die Unterkünfte von Menschen, die bei uns Schutz suchen, sind Anschläge auf uns alle.“ Die Berliner Polizei handele konsequent, um die Sicherheit von Flüchtlingen zu garantieren und solche Straftaten zu verfolgen, betonte der CDU-Politiker.

In dem ehemaligen Seniorenheim, das Ende der 1970iger Jahre errichtet wurde, sind seit Ende vergangenen Jahres bis zu 150 Flüchtlinge untergebracht. Die Diakonie hatte das Seniorenheim aufgegeben, weil der marode Plattenbau nicht mehr den Anforderungen an seniorengerechtes Wohnen entsprach.


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