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Berliner Gesellschaftskonferenz: Neues Konzept für die Re:publica

Wenn die Re:publica ruft, strömen Tausende Interessenten herbei.

Wenn die Re:publica ruft, strömen Tausende Interessenten herbei.

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dpa/britta pedersen

Am Ende singen alle gemeinsam „Bohemian Rhapsody“, den Klassiker von Queen. Das ist jedes Jahr ein bewegender Moment bei der Gesellschaftskonferenz Re:publica mit Pathos, Gefühl und auch ein paar schiefen Tönen. Vor Jahren wurde der Song angestimmt, um eine Pause zu überbrücken. Damals waren in der Kalkscheune wenige Blogger und Programmierer dabei, im vergangenen Mai haben mehrere Tausend Menschen mitgemacht, als die ersten Takte erklangen.

Das zeigt, wie sich die Re:publica in den vergangenen zehn Jahren zu einem der wichtigsten Treffen der digitalen Gemeinschaft weltweit entwickelt hat. 2016 soll ein neues Level erreicht werden. Das teilte Geschäftsführer Andreas Gebhard der Berliner Zeitung mit. „Die Veranstaltung soll internationaler, extrem innovativ werden“, sagte Gebhard. Er will dafür die Vorzüge der Berliner Kreativwirtschaft herausstellen.

Neben der Re:publica mit der Media-Convention wird es eine Start-up-Safari, das Comic-Festival „Pictoplasma“ und das X-Jazz-Festival geben. Außerdem sollen auf der Fashion Tech die technischen Innovationen aus der Modebranche präsentiert werden. „Relevante Events mit internationaler Strahlkraft“, so nennt Gebhard die Mischung.

Mehr Gespräche mit Experten

Mit dem neuen Konzept reagieren die Veranstalter auf den Boom moderner Konferenzformen. Weltweit werden ständig neue Formate entwickelt, nicht selten ist viel Geld im Spiel. In der Vergangenheit sind Politiker, Aktivisten, aber auch Wissenschaftler wie der Astronaut Alexander Gerst bei der Re:publica zu Gast gewesen, so soll es auch bleiben. „First Class im Sinne von Qualität, nicht von Elite“, wünscht sich Gebhard.

Da viele Themen der Digitalisierung inzwischen breite Gesellschaftsschichten und auch viele Bereiche der Kultur und der Arbeitswelt erreicht haben, geht es außerdem darum, den Gästen die Möglichkeit zu bieten, mit Experten aus anderen Fachgebieten ins Gespräch zu kommen, um über Innovationen zu sprechen und gemeinsame Projekte anzuschieben. Deshalb auch die Bündelung der vielen verschiedenen Angebote vom 15. April bis zum 15. Mai 2016. „Spring Berlin“, heißt das Schlagwort.

Ein neues Konzept zu präsentieren – vier Monate bevor es losgeht, das ist ambitioniert. Gebhard verweist auf seinen Hintergrund im Open-Source-Bereich. „Release often, release early“, ist ein Schlagwort der Programmier-Branche. Entwicklungen also oft und frühzeitig öffentlich zu machen, damit gemeinsam an der Weiterentwicklung gearbeitet werden kann, das ist das Ziel. Unverändert steht aber die Re:publica im Zentrum der Events. Zum zehnten Mal wird es die Veranstaltung im kommenden Jahr geben, wieder werden rund 7000 Besucher erwartet, die Vorträge von 800 Referenten verfolgen können.

Am Ende wird wieder gesungen

Nicht nur die Station in Kreuzberg soll vom 2. bis 4. Mai als Veranstaltungsort genutzt werden, sondern erstmals auch ein Kühlhaus nebenan. Mehr Platz deshalb, um das Angebot für Besucher vergrößern zu können. Am Ende wird dann wieder gesungen: Ein Mix aus Digitalkultur und Festival-Stimmung, das hat ja schon Tradition.