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Berliner Gymnasien: Schulleiter gegen Abitur-Ranking

Besonders heikel sind die Rankings für jene Gymnasien, die deutlich hinter der Berliner Abiturdurchschnittsnote von 2,4 liegen.

Besonders heikel sind die Rankings für jene Gymnasien, die deutlich hinter der Berliner Abiturdurchschnittsnote von 2,4 liegen.

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dpa

Nach der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft hat nun der einflussreiche Gymnasialleiterverband die Veröffentlichung der Abiturdaten aller Berliner Schulen in der jetzigen Form kritisiert. „Jede Form von öffentlichem Ranking ist zu vermeiden und kontraproduktiv“, heißt es in einer Mitteilung der Vereinigung der Oberstudiendirektoren. Zuvor hatte die Schulverwaltung auf den Schulporträt-Seiten im Internet die Abitur-Durchschnittsnoten veröffentlicht. Sofort kursierte im Internet ein kaum erläutertes Abiturnotenschnitt-Ranking aller Schulen – von der Evangelischen Schule Frohnau (1,72) bis zur Ernst-Reuter-Sekundarschule in Gesundbrunnen (2,99).

„Die Verwaltung müsse bei der Veröffentlichung jede Fehlinterpretation von Daten vermeiden“, forderten die Gymnasialschulleiter. Man müsse Sorge dafür tragen, dass die Abiturergebnisse im Zusammenhang mit der konkreten Schulsituation betrachtet werden. Zum Beispiel sollte die Verwaltung für jede Schule ausweisen, wie hoch der Anteil von Abiturienten ist, die ohne Gymnasialempfehlung der Grundschule den Weg bis zum Abitur erfolgreich absolviert haben. „Jede Abiturnote ist so gut, wie sie dem Abiturienten gerecht wird.“

Besonders heikel sind die Rankings für jene Gymnasien, die deutlich hinter der Berliner Abiturdurchschnittsnote von 2,4 liegen, weil sie sich oft sogar hinter dem Notenschnitt von Sekundarschulen mit gymnasialer Oberstufe befinden. Nach dem Informationsfreiheitsgesetz sind staatliche Schulen verpflichtet, ihre Prüfungsdaten öffentlich zu machen.