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Berliner Humboldtforum: Großteil an Spenden fürs Stadtschloss fehlt noch

Die Schloss-Baustelle: Im nächsten Jahr soll Richtfest gefeiert werden.

Die Schloss-Baustelle: Im nächsten Jahr soll Richtfest gefeiert werden.

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Berliner Zeitung/Hans Richard Edinger

Die Spenden für den Wiederaufbau des Berliner Schlosses werden zwar von Jahr zu Jahr mehr, doch noch immer fehlt ein Großteil des Geldes, um die historischen Barockfassaden sowie Kuppel und Portale zu rekonstruieren. Das geht aus dem jährlichen Sachstandsbericht des Bauministeriums an die Mitglieder des Bundestags-Haushaltsausschusses hervor, der der Berliner Zeitung vorliegt.

Die Stiftung Berliner Schloss –- Humboldtforum, die den Bau managt, hat dem Bericht zufolge bis jetzt 26,9 Millionen Euro an Spenden eingenommen. Darüber hinaus hat sie Sachspenden in Form von Plänen und Modellen erhalten, deren Wert mit rund zehn Millionen Euro beziffert wird. Damit ist jedoch noch nicht mal die Hälfte der benötigten Spenden beisammen. Gebraucht werden nämlich Spenden in Höhe von 80 Millionen Euro für den Wiederaufbau der Barockfassaden sowie 28,5 Millionen Euro für Extras wie die vollständige Rekonstruktion der Kuppel und der Innenportale sowie den Bau eines Dachcafés.

Für die Rekonstruktion der Barockfassaden sind bisher 15,7 Millionen Euro eingegangen. Für die Extras, die offiziell als bauliche Optionen bezeichnet werden, gingen 8,7 Millionen Euro ein. Weitere 2,5 Millionen Euro verbuchte die Stiftung Berliner Schloss – Humboldtforum für die Rekonstruktion eines Eckrondells an der Südostseite des Schlosses. Zwar hat der Spendeneingang dem Bericht zufolge bis zum dritten Quartal 2014 „signifikant zugenommen“. Doch sehen die Verfasser „Risiken“ darin, ob die Spenden auch rechtzeitig zur Verfügung stehen. Falls dies nicht der Fall sein sollte, „könnte es zeitweise zu einer Unterdeckung der Gesamtfinanzierung kommen“, heißt es. Im Klartext: Es kann passieren, dass das Geld nicht reicht. Was dann geschieht, ist unklar. Immerhin: Die vorhandenen Mittel reichen laut Bericht „bis Ende 2016“.

Für das Bauprojekt hat der Haushaltsausschuss 590 Millionen Euro bewilligt. 80 Millionen davon will der Förderverein Berliner Schloss aus Spenden für die Rekonstruktion der Fassade aufbringen. Hinzu kommen 28,5 Millionen Euro für die Extras, die ebenfalls aus Spenden aufgebracht werden sollen.

Der Bericht des Bauministeriums weist noch auf ein anderes Problem hin. So sieht er im weiteren Projektverlauf Risiken aufgrund „zusätzlicher Belastungen“ aus einer „defizitären“ Ausführungsplanung zur Haustechnik. Hintergrund: Seit Ende 2013 kam es dem Bericht zufolge „zunehmend zu Qualitätsdefiziten und Terminverzögerungen in der Ausführungsplanung der Haustechnik“. Diese Störungen werden zurzeit „innerhalb der vorgegebenen Kostenobergrenze und Termine ausgeglichen“, heißt es. Konkrete Angaben machte die Stiftung auf Anfrage nicht.

Die Vorsitzende des Haushaltsausschusses, Gesine Lötzsch (Linke), sagte: „Der Bericht lässt viele Fragen offen.“ Insbesondere die fehlenden Spenden stellten ein ernsthaftes Risiko dar. „Zuversicht allein reicht nicht. Keiner soll darauf spekulieren, dass der Steuerzahler zum Schluss wieder einspringt.“


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