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Berliner Nahverkehr: Die S-Bahn hat ihr Ziel noch nicht erreicht

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Die Berliner S-Bahn kämpft mit mit fehlerhafter Technik.
Die Berliner S-Bahn kämpft mit mit fehlerhafter Technik.
Foto: Timur Emek

In diesem Jahr behindert ein Konflikt mit dem Senat die seit langem versprochene Rückkehr zum Normalfahrplan. Laut Senat fehlt es bereits auf den derzeit betriebenen Strecken an Zuverlässigkeit und Stabilität.

Es ist nicht das erste Versprechen dieser Art. Zum Ende dieses Jahres soll sich der S-Bahn-Betrieb endlich normalisieren – so hat es die Deutsche Bahn (DB) angekündigt. Doch auch diesmal ist zweifelhaft, ob das klappt.

Denn der Senat lehnt den S-Bahn-Plan ab, die 2009 auf dem Höhepunkt der Krise eingestellte Nord-Süd-Linie S 85 zwischen Grünau und Waidmannslust von Dezember an wieder zu befahren. „Es ist nicht sinnvoll, eine zusätzliche Strecke in Betrieb zu nehmen, so lange es dem übrigen S-Bahn-Verkehr noch an Zuverlässigkeit und Stabilität mangelt“, sagte Verkehrs-Staatssekretär Christian Gaebler (SPD) der Berliner Zeitung. Schon die derzeitige Vorgabe, wie viele Wagen morgens im Einsatz sein sollen, sei an den meisten Tagen nicht erfüllt worden. „In letzter Zeit ist es wieder der Fahrermangel, der für Ausfälle sorgt“, hieß es im Senat. Ein S-Bahn-Sprecher bestätigte das.

Aktuell gilt, dass morgens um 7 Uhr 1036 Wagen unterwegs sein sollen. „Die Zahl ist an den meisten Tagen leicht unterschritten worden“, gestand der Sprecher ein. „An acht von zehn Tagen“, präzisierte ein Senatsplaner. Die S-Bahn habe in den vergangenen Monaten nur selten die geforderte Wagenzahl eingesetzt. „Von einem stabilen Betrieb sind wir ein ordentliches Stück entfernt“, hieß es.

Nicht nur der Fahrermangel, der nach Senatsangaben bis in den Herbst 2013 hinein andauern wird, sorge für Probleme. Auch bei den Fahrzeugen gebe es keine Reserven, sagte der Planer. So sei es immer noch nicht gelungen, wie zugesagt alle Züge der älteren Baureihe 485 fit für den Betrieb zu machen. Zwar haben 40 Wagen, die einst auf Abstellgleisen vergammelten, für viel Geld neue Technik bekommen. Doch das Zusammenspiel der Komponenten funktioniert meist zunächst nicht, was lange Nacharbeiten nötig macht.

Trotzdem hält die S-Bahn an ihrem Plan fest, in diesem Jahr die S 85 zu reaktivieren. „Das schaffen wir,“ hieß es. Die Lokführer-Ausbildung laufe auf Hochtouren. Es wären auch genug Züge da. Deren Zahl sei oft höher als in der Statistik erfasst wird. Viele Technikausfälle, die vor 7 Uhr auftraten und die Zählung negativ beeinflussten, konnten kurz darauf behoben werden. Schon jetzt sei die S-Bahn weitgehend zum Normalfahrplan, wie er 2009 vor der Krise galt, zurückgekehrt. „In Berlin fahren wir 97, in Brandenburg 100 Prozent der bestellten Leistung.“

Doch auch der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) ist skeptisch. Wenn die S 85 wieder fahre, sei der Normalfahrplan noch nicht wiederhergestellt. Dann fehlten immer noch die Verstärkerfahrten auf der S 1 und S 5 – die es auch laut S-Bahn vorerst nicht wieder geben soll. Bisher habe die S-Bahn angekündigt, dass sie im Dezember wieder 1092 Wagen einsetzen will. Doch dieses Ziel „wird nicht erreicht werden“, kalkuliert der VBB. Immerhin: Auf eine Verbesserung haben sich alle Beteiligten geeinigt. Vom 9. Dezember an sollen alle Züge auf der S 75 (Wartenberg–Westkreuz) mit acht statt sechs Wagen fahren.

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