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Berliner Nahverkehr: In Schöneweide halten bald wieder Regionalzüge

Nicht der schönste, aber einer der letzten Bahnhöfe mit Patina: Schöneweide.

Nicht der schönste, aber einer der letzten Bahnhöfe mit Patina: Schöneweide.

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dpa/Arno Burgi

Berlin -

Er war einer der wichtigsten Fernbahnhöfe in Berlin, Hauptstadt der DDR. Zwar gab es nur einen Bahnsteig, an dem Schnellzüge halten konnten. Doch dort und in der Mitropa-Gaststätte drängten sich viele Fahrgäste. Nach der Wende war es damit vorbei, seit vier Jahren legen nicht mal mehr Regionalzüge Stopps in Schöneweide ein. Bald wird die Station im Südosten Berlins, an der heute ausschließlich S-Bahnen halten, aber wieder zum Regionalbahnhof. Das teilte ein Sprecher der Deutschen Bahn (DB) der Berliner Zeitung am Montag mit. Vom 21. März an halten die Züge der Regionalbahnlinie RB 24 auch in Schöneweide, sagte er. „Diesen Termin können wir bestätigen.“

Stopps in Mahlsdorf und Köpenick

Die Fahrt in die Spreewaldstadt Lübbenau dauert weniger als eine Stunde. Derzeit fahren die rot lackierten Triebzüge vom Typ Talent, die Eberswalde stündlich mit Berlin, Königs Wusterhausen, Lübben und Senftenberg verbinden, in Schöneweide noch durch. Zwar gibt es die neue Nord-Süd-Verbindung schon seit dem vergangenen Dezember. Aber anders als am Ostkreuz waren Stopps in Schöneweide vorerst nicht möglich, weil an der Sicherungstechnik und den Gleisanlagen noch gebaut wurde.

Durch den zusätzlichen Regionalzughalt gewinnt die Linie RB 24 weiter an Attraktivität, denn in Schöneweide gibt es gute Anschlüsse an zahlreiche Straßenbahn- und Buslinien der BVG. Eine neue Verbindung kommt voraussichtlich 2019 hinzu. Dann werden die Tramgleise, die heute noch in der Wissenschaftsstadt Adlershof enden, bis Schöneweide verlängert.

Allerdings wird der Bahnhof noch längere Zeit eine Baustelle bleiben. Geplant ist unter anderem eine Straßenbahn-Unterführung, die am Einkaufszentrum unter dem Bahndamm hindurchführen soll.

Kritik von Linken-Politiker

„Der Umbau des Bahnhofes Schöneweide wird voraussichtlich im Juli 2021 abgeschlossen sein“, teilte Senatsbaudirektorin Regula Lüscher mit. „Der Bauablauf erfolgt unter dem ,laufenden Rad’ im Altbestand und mit vielen Beteiligten. Dies führt zu intensiven Abstimmungen.“ Carsten Schatz (Linke) kritisierte die dreijährige Verzögerung. „Warum der Koordinationsbedarf nicht schon zu Beginn der Planungen bekannt war, bleibt unklar.“

Wie berichtet werden im Osten Berlins auch Regionalbahnhöfe neu errichtet. So wird für 2,1 Millionen Euro bis spätestens 2018 in Mahlsdorf ein Bahnhof gebaut, an dem Regionalzüge halten. Dort verkehrt derzeit die Linie RB 26 über Strausberg nach Kostrzyn (Küstrin). Der Senat rechnet mit rund 1 400 Regionalverkehrs-Reisenden pro Tag.

Voraussichtlich 2017 soll das Genehmigungsverfahren für das Karower Kreuz im Nordosten der Stadt beginnen. Und auch in Köpenick werden künftig Regionalzüge halten. Termine gibt es aber noch nicht.


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