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Berliner Zeitung | Berliner Travestie-Star Ikenna: Whitney Houstons perfektes Double
03. August 2012
http://www.berliner-zeitung.de/3803216
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Berliner Travestie-Star Ikenna: Whitney Houstons perfektes Double

„And I will always love youuuuuuuuuuuuuuuuuu“: Ikenna auf der Bühne als Whitney Houston.

„And I will always love youuuuuuuuuuuuuuuuuu“: Ikenna auf der Bühne als Whitney Houston.

Foto:

www.ikenna.de

Berlin -

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Ikenna, der amerikanische Nachrichtensender CNN bebilderte einen Bericht von Whitney Houston mit einem Foto von Ihnen. Haben Sie die Sendung gesehen?

Ich nehme mir öfters die „Piers-Morgan-Show“ auf und sehe sie mir an, wenn ich in Berlin bin. Es kam ein Interview mit dem Rapper L L Cool J, der über den Tod Whitneys sprach. Dazu zeigte CNN fünf Bilder der Sängerin. Doch anstelle eines Fotos von Whitney zeigten sie als drittes ein Bild von mir. Ich spulte sofort zurück und dachte, das kann doch nicht sein – ich bin nüchtern und nehme keine Medikamente – aber das Bild zeigte mich bei den Reel Awards in Las Vegas im Jahr 2008. Wahnsinn, das ist immerhin CNN! Es gibt Millionen Bilder von Whitney und sie nehmen eines von mir! Meine Mutter sagte dazu: „Schau, Ikenna, Whitney hat Humor und sieht, wie traurig du über ihren Tod bist und schickt dir was Nettes von da oben.“

Sie sehen ja selbst aus wie Whitney Houston. Was war das für ein Gefühl, mit ihr verwechselt zu werden?

Dankeschön, das höre ich gerne. Es war natürlich ein seltsames Gefühl. Aber es ist mir schon häufig passiert. Ich wurde in den späten Neunzigern des Öfteren engagiert für After-Show-Partys nach Konzerten von Whitney, um die Leute auf eine falsche Fährte zu locken. Ich habe mal in Hongkong auf der Feier einer großen Firma gesungen und die Gäste haben das zuerst gar nicht geschnallt, dass ich nicht Whitney bin. Als ich nach dem ersten Song in meinem schönsten Bariton „Good evening“ sagte, ist doch tatsächlich jemand vom Stuhl gefallen. Ich habe mich weggeschmissen vor Lachen.

Hat sich CNN bei Ihnen entschuldigt?

Nein, sie haben nur nach der Anfrage der Nachrichtenagentur dpa in New York gesagt: Ja, wir haben einen Fehler gemacht.

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Wie ist denn Ihre persönliche Beziehung zu Whitney Houston?

Sie ist meine Inspiration seit 1985. Bei ihrem letzten Konzert in Manchester stand ich in voller Whitney-Montur vor der Bühne und die Kameras haben mich auf einer Riesenleinwand gezeigt, die Menschen schrien so laut, ich dachte, ich falle um. Ich musste nach dem Konzert anderthalb Stunden mit bestimmt 1000 Leuten für Fotos posieren.

Hat sich etwas verändert für Sie nach Whitneys Tod?

Ich lebe im Hier und Jetzt, und ich liebe meinen Job! In Nigeria, wo ich ja aufgewachsen bin, ist diese Geschichte nicht so gut angekommen. Alle Medien in Afrika haben darüber berichtet und mich gegrillt. In Nigeria ist man peinlich berührt, dass ausgerechnet ein Ibo, das ist meine ethnische Gruppe, diesen „Western Bullshit“ mitmacht. Und seit dort im vergangenen Jahr ein Gesetz verabschiedet wurde, nach dem man für Homosexualität bis zu 14 Jahre ins Gefängnis kommen kann, ist es dort auch nicht leichter geworden. An alle, die mit der Homosexualität ein Problem haben: Ich bin stolz auf mich, und ich bin Nigerianer, ob es den Leuten passt oder nicht!

Das Interview führte Marcus Weingärtner.