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Berliner Wohnungsmarkt: Auch die Randbezirke werden jetzt attraktiv

Leerstand in Berlin (Symbol)

Immer weniger Mietwohnungen in Berlin stehen leer.

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imago/CHROMORANGE

In Berlin gibt es jetzt selbst in den Stadtrandlagen immer weniger leerstehende Wohnungen. In Hellersdorf sank der Anteil der nicht vermieteten Unterkünfte im vergangenen Jahr auf 1,4 Prozent, in Hohenschönhausen auf 1,0 Prozent. Das geht aus einer Bilanz des Verbandes Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU) hervor, die BBU-Chefin Maren Kern am Mittwoch präsentierte.

Mit durchschnittlich 1,7 Prozent lag der Leerstand bei den BBU-Mitgliedsunternehmen im vergangenen Jahr so niedrig wie noch nie seit Beginn der Erfassungen 1995. Mit drei Prozent war er in Schöneberg am höchsten, mit 0,8 Prozent in Lichtenberg am niedrigsten.

Früher unbelegt, heute vermietet

Deutlich verringert hat sich der Leerstand bei Wohnungen, die bisher aufgrund von Vermietungsschwierigkeiten, etwa wegen einer unattraktiven Lage, längerfristig unbelegt waren. Ihre Zahl ging von 1399 im Jahr 2014 auf 1129 im Jahr 2015 zurück. Hauptgründe für den Leerstand sind Modernisierungen und Mieterwechsel.

Die rund 140 Berliner Mitgliedsunternehmen des BBU bewirtschaften zirka 450.000 Wohnungen in der Hauptstadt, das sind rund 40 Prozent aller Mietwohnungen. Die BBU-Mitglieder wollen in diesem Jahr etwa 2,3 Milliarden Euro investieren, gut eine Milliarde in den Neubau.

16-Leerstandsquote

BLZ/Böttcher

BBU-Chefin Kern forderte einen „Paradigmenwechsel“. Der Bau von bezahlbaren Mietwohnungen sei das Gebot der Stunde. Von den benötigten 20.000 Neubauwohnungen pro Jahr müsste ein Drittel mit Landesförderung zu Mieten von  durchschnittlich 6,50 Euro je Quadratmeter (kalt) errichtet werden. Ein weiteres Drittel sollte zu Mieten von 8,50 bis 10 Euro entstehen. Steigenden Baukosten sollte etwa durch eine Reduzierung des Mehrwertsteuersatzes auf Bau- und Handwerkerleistungen entgegengewirkt werden. Zudem müsse das Bauen beschleunigt werden.