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Berlins teuerste Tierrettung: 40 Männer retten einen Hund

Nach einer achtstündigen Rettungsaktion nimmt Frauchen ihren Foxterrier "Skipper" in Empfang.

Nach einer achtstündigen Rettungsaktion nimmt Frauchen ihren Foxterrier "Skipper" in Empfang.

Foto:

Thomas Schröder

Berlin -

Was tut man nicht alles, um einen Hund zu retten. Weil ein Terrier in Lebensgefahr schwebte, musste die Feuerwehr und das Technische Hilfswerk am Wochenende in den Tegeler Forst in Reinickendorf zu einem Großeinsatz ausrücken.

Kurz nach 18 Uhr war ein Mann am Freitag in Konradshöhe mit Skipper, einem weißen Parson-Russel-Terrier, spazieren. Plötzlich ging der Jagdinstinkt mit dem Hund durch, er riss sich los und rannte zu einem Dachsbau, in dem er verschwand. Weil er jedoch mit seiner Leine darin hängen blieb, konnte er nicht mehr zurück. Die Rufe des Herrchens nach dem Hund blieben zwecklos. Skipper kam nicht wieder heraus. In seiner Not rief der Mann die Feuerwehr.

Steuerzahler müssen nicht bezahlen

Die Einsatzkräfte machten sich mit Spaten und Schippen ans Werk und gruben immer breiter und immer tiefer. Auch Angehörige der Freiwilligen Feuerwehr wurden hinzu alarmiert. Zwischenzeitlich waren mehr als 40 Mann im Einsatz, unter anderem mit drei Löschhilfsfahrzeugen, einem Rettungstransportwagen und einem Einsatzleitfahrzeug. Mit ihren Spaten folgten die Männer den Gängen des Dachsbaus und legten nach und nach eine Fläche von rund 50 Quadratmetern frei. Dabei gruben sie bis zu einer Tiefe von dreieinhalb Metern. Das war nicht ungefährlich, weil die Gefahr bestand, dass die nicht abgestützten Grubenwände nachgeben und Helfer unter dem Sand begraben könnten. In der Nacht, kurz nach halb zwei, konnten sie den Hund schließlich befreien und der inzwischen eingetroffenen Ehefrau des Mannes übergeben. Das Zuschütten der Löcher übernahm dann das Technische Hilfswerk.

Das war die bisher längste und auch teuerste Tierrettung aller Zeiten in Berlin, hieß es anschließend bei der Feuerwehr. Die Rettung habe alles in allem mehr als 10 000 Euro gekostet. Allerdings nicht die Steuerzahler. Der Gebührenbescheid geht nun an die Besitzer von Skipper.