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Bewegungs-Experte Marc Zinkernagel: "Berlin hat jede Menge Parks und Wälder, die man für Übungen nutzen kann"

Marc Zinkernagel, 44, ist seit 15 Jahren Personal-Trainer in Berlin.

Marc Zinkernagel, 44, ist seit 15 Jahren Personal-Trainer in Berlin.

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privat

Herr Zinkernagel, gerade zum Jahresanfang nehmen sich viele Menschen vor, mehr Sport zu treiben – sprich „fit“ zu werden. Wie geht man dieses Vorhaben am Besten an?

Man sollte sich fragen, was „Fitness“ für einen persönlich bedeutet. Was möchte man erreichen? Man muss sich konkrete und messbare Ziele setzen. Einfach nur „fit“ werden, ist zu abstrakt. Wenn das Ziel ist, im April spürbar weniger außer Atem zu sein, nachdem man die Treppen zur Wohnung im 5. Stock hochgestiegen ist, dann kann man darauf hinarbeiten. Ohne konkretes Ziel bekommt man gar nicht mit, dass man fitter wird.

Welche Fehler sollte man vermeiden?

Viele Anfänger nehmen sich zu viel vor. Man sollte sich ein Ziel setzen, das einen motiviert, aber es muss auch machbar und realistisch sein. Wer 130 Kilo wiegt, und sich vornimmt, zum Sommer eine James Bond-Figur zu erreichen, setzt sich unerreichbare Ziele. Viele Menschen wissen gar nicht, wie viel Aufwand man für ein Sixpack betreiben muss. Das heißt neben Training zum Beispiel auch, dass dafür eine bestimmte Ernährung erforderlich ist. Man muss also gleich in mehreren Bereichen diszipliniert sein. Das geht nicht mal eben im Vorbeigehen, nur weil man mal eine Zeitlang zwanzig Sit-Ups am Tag macht. Wichtig ist auch, den Spaß nicht zu verlieren. Wenn man sich selbst zu stark unter Druck setzt, hat man keine Freude an der Bewegung und hört schnell wieder auf.

Viele zieht es in die zahlreichen Studios. In Berlin gibt es Dutzende Anbieter. Worauf sollten Kunden bei der Auswahl achten?

Das kommt auch auf die individuelle Bedürfnisse an. Natürlich sollte die Ausstattung modern und die Räume sauber sein. Wichtig sind aber vor allem die Trainer. Sie sollten gut ausgebildet sein und sich auch für die Kunden interessieren. Das heißt: Sie sollten auch mal Trainingspläne verändern und bei falscher Ausführung von Übungen korrigierend eingreifen.

Gibt es auch andere Möglichkeiten sich fit zu halten?

Wenn man die innere Motivation und ein wenig theoretisches Wissen zum Thema Fitness besitzt, geht es ohne Studio. Man braucht auch sonst nicht viel, um etwas für den eigenen Körper zu tun. Man kann viele Übungen mit dem eigenen Körpergewicht machen. Wenn man weiß, was man zu tun hat, reicht manchmal sogar nur eine einfache Yoga-Matte.

Taugt Berlin als Fitmacher? Bietet die Stadt genug Möglichkeiten, im öffentlichen Raum etwas für den eigenen Körper zu tun?

Berlin hat jede Menge Parks und Wälder, die man für Übungen nutzen kann. Oft mache ich einfach Übungen an einer Bank oder an einem großen Stein. Auf vielen Spielplätzen gibt es Klimmzugstangen. Da halte ich manchmal beim Joggen an und mache Klimmzüge. Selbst an Fahrradstangen kann man Übungen machen. Ich nutze alles was es in Parks gibt. Steigungen kann man hochsprinten. Auch Treppen nutze ich häufig. Dort kann man zum Beispiel Kniebeugen und Ausfallschritte nach oben machen, das ist alleine schon ein Super Bein-Po-Training. Und das Beste: Es kostet nichts.

Das Gespräch führte Jörg Wimalasena.



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