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Bewerbung für die Sommerspiele: SPD, CDU und Piraten sagen „Ja“ zu Olympia

Vision Olympia: Eine Bewerbung Berlins spaltet derzeit die Meinungen in der deutschen Hauptstadt.

Vision Olympia: Eine Bewerbung Berlins spaltet derzeit die Meinungen in der deutschen Hauptstadt.

Berlin -

Sollte der deutsche Sport sich mit Berlin um die Austragung olympischer Spiele bewerben wollen, wird das Abgeordnetenhaus einen Sonderausschuss Olympia einrichten. Das neue Gremium soll den Bewerbungsprozess parlamentarisch begleiten und kontrollieren. Das hat das Abgeordnetenhaus am Donnerstag mit der Mehrheit der rot-schwarzen Koalition beschlossen. Die Piraten stimmten dem zu.

Der Ausschuss ist Teil eines Antrags, den die Sportpolitiker von SPD, CDU, Grünen und Piraten gemeinsam formuliert hatten. Darin plädieren die Fraktionen für Olympia in Berlin, stellen dafür aber zahlreiche Bedingungen. Vor allem fordern sie eine umfassende Beteiligung der Bürger am Austragungskonzept. Erst wenn das vorliegt, sollen die Berliner darüber befinden, ob die Stadt sich bewerben soll. Vorgesehen ist eine „verbindliche Befragung“ im nächsten Jahr.

Die Grünen enthielten sich der Stimme. Sie wollten dem auch von ihnen ausgehandelten Antrag nicht mehr zustimmen und legten eine eigene Resolution vor. Darin werden die Pläne für eine Bewerbung lediglich zur Kenntnis genommen. Zudem fordern die Grünen den Senat auf, eine „seriöse und nachvollziehbare“ Kostenkalkulation vorzulegen. Ob Spiele in Berlin finanziell leistbar seien, sei auch wegen zu erwartender „Altlasten“ wie dem Flughafen BER zweifelhaft.

Ein prinzipielles „Nein“ zu Olympia vertrat im Plenum nur die Linke-Fraktion. Das wurde aber ebenso abgelehnt wie die Grünen-Resolution. Wann der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) über eine mögliche Bewerbung für 2024 oder 2028 entscheidet, ist offen. Neben Berlin hat Hamburg sein Interesse bekundet.