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BFC-Fan muss wegen Randale nach Spiel gegen Union Berlin Geldstrafe zahlen

BFC Dynamo gegen Union_Randale

Nach dem Spiel am 15. März 2015 1. FC Union gegen den BFC Dynamo kam es zu Randalen.

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imago/Matthias Koch

Am 15. März 2015 verlor die zweite Mannschaft des 1. FC Union gegen den BFC Dynamo im Viertligaspiel mit 0 : 1 in der Alten Försterei in Köpenick. Das wäre nicht weiter erwähnenswert, hätte es nach dem Spiel nicht Randale gegeben, bei der zahlreiche Polizeibeamte verletzt worden sind. Am Freitag musste sich ein Fan des BFC vor dem Amtsgericht Tiergarten wegen Körperverletzung und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte verantworten. Es ist eines von etwa 60 Verfahren, dass die Staatsanwaltschaft nach dem Spiel gegen Fans eingeleitet hatte.

Die Polizei hatte nach dem Spiel versucht, die BFC-Fans im Gästefanblock zurückzuhalten, um ein Aufeinandertreffen mit Union-Fans zu verhindern. Beide Fangruppen sind seit langem verfeindet. Der angeklagte 34-jährige Zimmermann soll sich in einer Gruppe von rund 200 zum Teil vermummten BFC-Anhängern befunden haben, die versucht hatten, die Polizeiabsperrung zu durchbrechen. Dabei sollen Polizisten geschlagen und getreten und unter anderem mit Bierbechern und Mülleimern beworfen worden sein.

„Ich wollte eigentlich nur nach Hause"

Der Angeklagte gibt im Prozess zu, zweimal auf Polizeibeamte eingeschlagen zu haben. „Ich wollte eigentlich nur nach Hause“, erzählt er der Richterin. Das Spiel sei zu Ende gewesen, alle hätten wegen des Sieges gute Laune gehabt. Er stand in der ersten Reihe vor einem verschlossenen Tor, als die Menschen hinter ihm nachdrängten. „Dann kam auch schon der erste Schlagstock“, sagt der Mann. Er habe sich lediglich mit zwei Faustschlägen gewehrt. Der Angeklagte sagt auch, dass er eigentlich kein gewalttätiger Mensch sei, kein Hooligan. Er sei da nur so reingeschwappt.

Es ist ein kurzer Prozess, denn es gab einen Deal. Der Angeklagte kann mit einer milden Strafe rechnen, wenn er gesteht. Und so wird der Fan wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und versuchter Körperverletzung zu 70 Tagessätzen von 30 Euro verurteilt. Für den Vater eines zweijährigen Kindes wird es ein empfindlich teures Fußballspiel. Die Karte für den Stehplatz hatte nur etwas mehr als zehn Euro gekostet.