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Bildung in Berlin: Noch mehr Schüler brauchen noch mehr Lehrer

Nun werden es doch wieder mehr Schüler in Berlin als erwartet - und die Lehrer fehlen.

Nun werden es doch wieder mehr Schüler in Berlin als erwartet - und die Lehrer fehlen.

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imago stock&people

Berlin hat seine Schülerzahlen und den Lehrerbedarf deutlich nach oben korrigiert. Nach der neuesten Schülerzahlprognose der Bildungsverwaltung, die der Berliner Zeitung vorliegt, wird die Anzahl der Schüler in den kommenden Jahren stetig steigen. Im Schuljahr 2021/22 ist dann mit 330.000 Schülern zu rechnen, das sind gut 5000 Kinder und Jugendliche mehr als noch vor einem Jahr vorhergesagt. Der Anstieg wird vor allem mit dem starken Zuzug nach Berlin begründet.

Umgerechnet sind das etwa 200 bisher nicht eingeplante Schulklassen, für die man nun noch mehr Räume und Schulgebäude benötigt. Schon jetzt werden verstärkt mobile Unterrichtsräume, also bessere Container, eingesetzt. Zur Orientierung: Die geringste Schülerzahl an öffentlichen Schulen hatte Berlin im Schuljahr 2012/13 erreicht, mit nur noch 289.000 Schülern.

800 Stellen werden vorzeitig frei

Noch dramatischer steigt nun in den kommenden Jahren der Bedarf an neuen Lehrern. Schon zum kommenden Schuljahr benötigt Berlin gut 1 082 Lehrer mehr als noch vor einem Jahr berechnet, nämlich genau 2673 Stellen. Auch in den Jahren darauf werden stets mindestens 1400 neue Lehrer benötigt (siehe Grafik). Besonderer Bedarf besteht für neue Lehrer in Deutsch, Mathematik und Naturwissenschaften.

Allein durch die nun getroffene Altersermäßigung und zur Auflösung der Arbeitszeitkonten werden zum kommenden Schuljahr 800 Stellen vorzeitig frei, das kostet 56 Millionen Euro jährlich. Und das, obwohl sich Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) bei den Verhandlungen um die Altersermäßigungen von Lehrern gegenüber Finanzsenator Ulrich Nußbaum nicht durchsetzen konnte. Hatte sie doch versprochen, dass alle Lehrer ab 58 Jahren weniger unterrichten müssen, zunächst eine Stunde, ab dem 61. Lebensjahr zwei Stunden.

Lesen Sie im nächsten Abschnitt, wie dem Senat nun Wortbruch vorgeworfen wird

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