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Bischof Markus Dröge: „Religiöses Leben gehört in die Öffentlichkeit“

Bischoff Markus Dröge

Bischof Markus Dröge will stärker zeigen, dass Religion ein Friedensfaktor und ein sozialer Faktor für die Gesellschaft ist.

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Markus Wächter

Berlin -

Der evangelische Bischof Markus Dröge ist der Ansicht, noch nie sei es so wichtig gewesen, sich intensiv mit Religion zu beschäftigen. Über aktuelle Herausforderungen und die Frage, was Glauben heute bedeutet, sprachen wir mit ihm.

Bischof Dröge, mit den Flüchtlingen kommen viele Muslime in die Stadt. Haben Sie Angst, bald in der Minderheit zu sein?

Nein, das nicht. Aber die Flüchtlingsfrage bindet Kräfte. Wir erreichen unheimlich viel und genießen hohes Vertrauen bei der Politik. Wir sind eine starke Kraft, um Flüchtlingen bei der Integration zu helfen.

Wie wichtig ist Ihnen das Thema Flüchtlinge?

Es betrifft alle Ebenen der kirchlichen Arbeit, ob wir mit Politikern sprechen oder mit den Gemeindemitgliedern. Wir spüren, mit wie viel Engagement die ganze Kirche dahinter steht. Neu erleben wir aber die Feindschaft, die uns von rechtspopulistischen Kräften begegnet.

Wie wirkt sich die aus?

In Neuhardenberg wurden ehrenamtlichen Mitarbeitern im September die Autos angezündet. Sie gehörten Menschen, die sich in einem Willkommenskreis für Flüchtlinge engagieren. Ich war entsetzt, dass Menschen, die helfen, in dieser Weise angegriffen werden.

Hatte das Folgen?

Es schreckt diejenigen, die sich engagieren, jedenfalls nicht ab. Sie sagen: Jetzt erst recht. Sie werden gesellschaftlich aktiver und erheben Politikern gegenüber Forderungen: Ihr müsst uns jetzt unterstützen.

  1. „Religiöses Leben gehört in die Öffentlichkeit“
  2. 2015 war das Jahr der Willkommenskultur
  3. Ist Glaube ein Grund für Auseinandersetzungen?
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