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Blaszkiewitz Zoo Berlin: Wie ist er so, Ihr Chef?

Kein Affentanz: Etwa 100 Mitarbeiter von Zoo und Tierpark legten am Sonntag für zwei Stunden ihre Arbeit nieder. Sie wollen mehr Lohn.

Kein Affentanz: Etwa 100 Mitarbeiter von Zoo und Tierpark legten am Sonntag für zwei Stunden ihre Arbeit nieder. Sie wollen mehr Lohn.

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berliner zeitung/gerd engelsmann

Was ist dran an den andauernden Vorwürfen gegen den Chef von Zoo und Tierpark, Bernhard Blaszkiewitz? Ist er tatsächlich überheblich und arrogant? Beleidigt er Mitarbeiter und redet er abfällig über sie? Immer wieder kommen neue Details über den umstrittenen Führungsstil des 59-jährigen Zoodirektors an die Öffentlichkeit.

In den vergangenen Wochen haben nun Anwälte der international renommierten Kanzlei Gleiss Lutz aus Stuttgart die Mitarbeiter in Zoo und Tierpark über ihren Chef befragt. Das berichtet der Spiegel in seiner aktuellen Ausgabe. Demnach soll das streng vertrauliche Stimmungsbild dem Aufsichtsrat in Kürze vorgelegt werden. Dann wird sich entscheiden, ob Bernhard Blaszkiewitz sein Amt behalten darf. Offiziell läuft sein Vertrag als Geschäftsführer der Zoo AG bis Mitte 2014. Doch nicht nur unter den Mitarbeitern, offenbar auch im Aufsichtsrat der Zoo AG haben einige die Hoffnung, dass Blaszkiewitz eher abberufen werde.

Bereits im Januar 2013 hatte der Aufsichtsrat beschlossen, Mitarbeitergespräche durchzuführen und auf diese Weise Blaszkiewitzs Führungsstil und etliche Vorwürfe gegen ihn zu thematisieren. Nach Informationen der Berliner Zeitung sollten dabei auch die „personalrechtlichen Vergehen gegen Mitarbeiter“ geprüft werden. Den Auftrag für die monatelang dauernden Gespräche in Zoo und Tierpark erhielt die Stuttgarter Sozietät Gleiss Lutz, in der mehr als 300 international tätige Anwälte beschäftigt sind.

In den Gesprächsrunden stellten die Anwälte den Mitarbeitern viele Fragen. „Es ging überwiegend um Herrn Blaszkiewitz und wann er sich mal wieder danebenbenommen hat“, berichtete ein Mitarbeiter. So wurde in den Gesprächen auch eine Betriebsversammlung im Januar angesprochen, auf der Blaszkiewitz gesagt haben soll, wer nicht Mitglied der Kirche, also unchristlich sei, solle auch kein Weihnachtsgeld erhalten.

Mitarbeiter erzählen, die Gespräche mit den Anwälten seien sehr offen verlaufen, es habe keine Einschüchterung gegeben, Anonymität sei zugesichert worden. Etwa 120 Mitarbeiter, darunter auch ehemalige Kollegen, seien befragt worden, heißt es. Wann das Ergebnis dem Aufsichtsrat vorgestellt wird, ist nicht bekannt, ebenso, welche Konsequenzen es für den umstrittenen Tierpark- und Zoo-Chef Blaszkiewitz haben könnte. Offensichtlich aber sind viele der 439 Mitarbeiter unzufrieden mit ihrem Chef. Im Januar 2013 hatte der Aufsichtsrat beschlossen, bis März 2014 einen externen Vertrauensanwalt einzusetzen, der in den Konflikten zwischen Mitarbeitern und Geschäftsführung vermitteln kann. Anwalt Peter Otto sagte, schon mehrfach sei davon Gebrauch gemacht worden.

Mitarbeiter fordern mehr Lohn

Doch nicht nur das Verhältnis zum Chef scheint getrübt. Am Sonntag legten die Beschäftigten von Zoo und Tierpark erstmals in der Geschichte – wenn auch nur für kurze Zeit – die Arbeit nieder. Damit fordern sie höhere Löhne. Etwa 100 Mitarbeiter hatten sich an dem Warnstreik beteiligt, die Tiere in Zoo und Tierpark wurden auch in dieser Zeit gefüttert und gepflegt.

Verdi hatte die Beschäftigten für Sonntagmittag zwischen 12 und 14 Uhr zum Warnstreik aufgerufen. „Auch die Zoo-Aktionäre haben das unterstützt“, sagte Volker Stahl von Verdi. Auf mehrsprachigen Flugblättern informierten die Streikenden die Besucher in Zoo und Tierpark über ihre Forderung: 6,7 Prozent mehr Entgelt bei einer Laufzeit von zwölf Monaten.

Bislang gab es drei Tarifverhandlungsrunden, zuletzt am 30. April. Die Arbeitgeberseite habe mit einer Erhöhung der Entgelte von jeweils 1,5 Prozent für 2013 und 2014 kein verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt. „Wir warten jetzt auf ein neues Angebot“, sagte Volker Stahl. Mit einer weiteren Aktion der Mitarbeiter sei am 13. Juni zu rechnen. Dann treffen sich die Aktionäre der Zoo AG zur Jahresversammlung in der Urania.



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