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Blindgänger: Weltkriegsbombe in Oranienburg entschärft

Bombe 1

Feuerwehrleute kontrollieren am 24.02.2016 in Oranienburg (Brandenburg) Wohnungen im Sperrkreis einer Bombenentschärfung.

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dpa

In Oranienburg ist am Mittwochnachmittag erfolgreich ein 250 Kilogramm schwerer Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft worden. Der Sperrkreis mit einem im Radius von 1000 Metern um die Bombe wurde laut Stadtverwaltung wieder aufgehoben.

Rund 12.000 Menschen hatten am Morgen ihre Wohnungen und Arbeitsplätze verlassen müssen. Betroffen waren auch mehrere Kitas und Horte, fünf Schulen, ein Krankenhaus und ein Seniorenstift. Während der Entschärfung kam es zu Einschränkungen und Ausfällen im Zugverkehr. So fuhr die Regionalbahn RE 5 nicht zwischen Löwenberg und Gesundbrunnen. Ein Ersatzverkehr mit Bussen war eingerichtet.

20.000 Bomben in Oranienburg abgeworfen

Die Bombe ist die 193., die seit der Wende in der Kreisstadt von Oberhavel gefunden wurde. Zuletzt konnten im vergangenen November vier Blindgänger unschädlich gemacht werden. Im Zweiten Weltkrieg sollen rund 20.000 Bomben auf den damaligen Standort der Rüstungsindustrie abgeworfen worden sein. Bis zu 300 Sprengkörper werden noch im Boden vermutet.

Oranienburgs Bürgermeiste Hans-Joachim Laesicke (SPD) beklagte die hohen finanziellen Belastungen durch die Weltkriegsbomben. Die Stadt bleibe auf den Kosten des Krieges praktisch allein sitzen, sagte er am Mittwoch im RBB-Inforadio. So müsse die Kommune die Unterbringung und den Transport der Menschen in Notunterkünfte bezahlen.

„Bisher haben wir vom Bund nicht einen Cent bekommen. Und insofern ist natürlich eine große Bitterkeit in der Stadt Oranienburg oder auch insgesamt im Land Brandenburg“, kritisierte Laesicke. Auch die Zuschüsse des Landes reichen seiner Auffassung nicht aus. (dpa)