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Gauland verteidigt Ex-NPD-Mitglied Salomon

Alexander Gauland, AfD-Vorsitzender in Brandenburg und Bundesvize

Alexander Gauland, AfD-Vorsitzender in Brandenburg und Bundesvize

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getty images/Axel schmidt

Potsdam -

Eigentlich hätte sich Alexander Gauland freuen können, dass die Alternative für Deutschland (AfD) nach zweistelligen Wahlergebnissen in drei weitere Landesparlamente einzieht. Stattdessen musste sich der 75-jährige Landesvorsitzende und stellvertretende Sprecher der Bundespartei am Dienstag mit den Problemen des Tagesgeschäfts beschäftigen.

Und dazu gehört für Gauland auch die Auseinandersetzung mit Personalien im Umfeld der AfD – in diesem Fall mit Alexander Salomon, der rechtsaußen verortet wird. Wie die Potsdamer Neuesten Nachrichten berichteten, soll Salomon, der bei der Gründung der Brandenburger AfD 2013 vorübergehend Beisitzer im Landesvorstand war, zuvor bei der rechtsextremen NPD aktiv gewesen sein.

Gauland hatte in einem Interview mit der Märkischen Allgemeinen Zeitung am Freitag eine NPD-Vergangenheit als unvereinbar mit einem Engagement in der AfD bezeichnet. Salomon ist aber noch immer im Vorstand der Brandenburgischen Jungen Alternative (JA), der Jugendorganisation der rechtspopulistischen Partei, als Beisitzer aktiv. Damit hat Alexander Gauland aber offenbar kein Problem. „Die JA hat ihre eigenen Regeln und kann aufnehmen, wen sie will“, sagte er am Dienstag.

Häme von der NPD

Gauland verteidigte Salomon sogar, obwohl er ihn nicht persönlich kenne. Aber er gibt Details aus dessen Biografie bekannt. „Herr Salomon war im Alter von 15 oder 16 Jahren in der NPD“, behauptete Gauland. „Ich finde es nicht richtig, ihm das ein Leben lang vorzuhalten.“

Als Nachfragen gestellt wurden, bezeichnete er die als „lächerlich“. Gauland zog einen Vergleich zu den linksradikalen Aktivitäten des Grünen-Politikers und ehemaligen Außenministers Joschka Fischer. Dieser habe im Vergleich zu Salomon in seiner Jugend „viel mehr angestellt und hätte meiner Meinung nach nicht Außenminister werden sollen“, sagte er.

Die NPD Brandenburg schien Salomon nicht hinterherzutrauern. Nach dessen Wahl in den AfD-Beisitz 2013 postete die Partei hämisch bei Facebook: „Jetzt wildert die AfD schon bei der NPD und wählt unsere Mitstreiter sogar in den dortigen Brandenburger Landesvorstand.“ Weiter hieß es: „Bei der NPD hat es für Alexander Salomon bisher übrigens nicht mal für eine Position im Ortsvorstand gereicht.“