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Rassismus: Zahl der Angriffe auf Flüchtlinge in Brandenburg mehr als verdoppelt

Nauen

In der Nacht zum  25. August 2015 brannte die Sporthalle in Nauen lichterloh. In dem Gebäude sollten 100 Flüchtlinge vorübergehend unterkommen.

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picture alliance / dpa

Die Zahl fremdenfeindlicher Gewalttaten gegen Flüchtlinge in Brandenburg hat sich im vergangenen Jahr mehr als verdoppelt. Im gesamten Jahr 2016 seien 312 Angriffe auf Flüchtlinge und ihre Unterkünfte sowie weitere rassistische Straftaten registriert worden, teilte die Landesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der Linken-Landtagsabgeordneten Andrea Johlige mit. Im gesamten Vorjahr waren es 141 derartige Taten.

Steigende Zahl von Körperverletzungen

Erschreckend sei insbesondere die steigende Zahl von Körperverletzungen, sagte Johlige. „89 Mal wurden in Brandenburg in diesem Jahr Geflüchtete verletzt oder schwer verletzt“, so die Abgeordnete. Auch dies bedeutet eine Verdoppelung gegenüber dem Vorjahr, als 42 dieser Delikte erfasst wurden. Eine Tat aus dem vergangenen Jahr wird als versuchter Totschlag verfolgt: Dabei war in Schwedt (Uckermark) im vergangenen Oktober eine Geflüchtete vor ein Auto gestoßen worden.

„Nichts, rein gar nichts, kann Angriffe auf Menschen – egal wer es ist oder woher er stammt – rechtfertigen“, betonte Johlige. Diejenigen, die Hass und Hetze verbreiteten oder andere angriffen, dürften nicht auf Zustimmung in der Gesellschaft stoßen. „Dazu kann und muss jeder seinen Beitrag leisten“, forderte Johlige.

Auch die Zahl der Sachbeschädigungen nahm im vergangenen Jahr deutlich zu: Während es im Vorjahr 32 Fälle waren, wurden 2016 insgesamt 44 Delikte erfasst. Hinzu kamen sieben Brandstiftungen. Darunter auch der Brandanschlag auf ein Heim für junge Flüchtlinge in Jüterbog (Teltow-Fläming). Die Staatsanwaltschaft wirft dem damals 20 Jahre alten mutmaßlichen Täter versuchten Mord vor. (dpa)