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Brief an Senator Geisel: Airbnb-Nutzer protestieren gegen striktes Verbot von Ferienwohnungen

Altbau-Fassaden in Berlin Kreuzberg.

Altbau-Fassaden in Berlin Kreuzberg.

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imago/Schöning

Um illegalen Ferienwohnungen besser auf die Schliche zu kommen, hat der Senat kürzlich einen Gesetzesentwurf beschlossen, der die Durchsetzung des Zweckentfremdungsverbots von Wohnungen in Berlin erleichtern soll. Der Entwurf des Stadtentwicklungs- und Umweltsenators Andreas Geisel (SPD) wird nun noch zur Abstimmung dem Abgeordnetenhaus vorgelegt.

Gegen diesen Gesetzestext haben sich nun mehrere Privatleute zusammengeschlossen, um ihren Unmut über den Änderungsentwurf kundzutun. In einem Brief, der von 15 Personen unterschrieben wurde und der Berliner Zeitung vorliegt, weisen sie den Stadtenwicklungssenator darauf hin, dass durch den Beschluss des Senats "undifferenziert sämtliche Berliner Airbnb-Gastgeber als Gesetzesbrecher qualifiziert" werden.

Verabschiedet das Abgeordnetenhaus das Gesetz, wären Internetplattformen wie Airbnb künftig verpflichtet, die Eigentümer der bei ihnen angebotenen Ferienwohnungen bekanntzugeben – und zwar alle. „Die Aussage ist sehr deutlich: Wir sind entschlossen, dieses Zweckentfremdungsverbot durchzusetzen“, sagte Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel. Ein Verbot von Ferienwohnungen in normalen Wohnhäusern schadet dem Tourismus in der Hauptstadt seiner Ansicht nach nicht.

Homesharing als Ausnahmefall

Vielleicht nicht dem Tourismus, vielleicht aber einigen Berlinern. Viele Wohnungsanbieter seien weder Unternehmer noch Profis, die gewerblich Immobilien als Ferienwohnungen anbieten, schreiben sie in dem Brief. Sie seien normale Bürger, die ihr Zuhause mit Menschen aus aller Welt teilen oder dieses für die Zeit einer eigenen Reise zur Verfügung stellen möchten. Gewerbliche Immobilienverwalter und professionelle Ferienwohnungsbetreiber würden von den Unterzeichnern nicht unterstützt, heißt es.

"Wir vermieten nicht mehrere Unterkünfte, wir nehmen keinen Wohnraum vom Markt und wir sind nicht der Grund dafür, dass die Immobilienpreise steigen." Das Anliegen der Gastgeber sei es, Touristen ein Reiseerlebnis in einem persönlichen Umfeld zu ermöglichen und eine besondere Art der Gastfreundschaft in Berlin zu bieten. Homesharing sei dabei aber auch eine Möglichkeit, damit Gastgeber sich durch ein zusätzliches Einkommen eine Wohnung in Berlin überhaupt leisten können.

Obwohl der politische Prozess schon weit fortgeschritten ist, hoffen die Unterzeichner des Briefs auf die Duldung dieser speziellen Ferienwohnung-Vermietung und bitten im Schreiben um ein persönliches Gespräch mit dem Senator. Ob ein solcher Termin stattfinden wird, ist noch nicht bekannt.


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